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Zurück: Hörbuch Download für Kinder MP3
Die Sommerferien waren zu Ende, und Tom ging wieder in die Schule. Dieser Sommer hatte ihm richtig gut gefallen. Die Ferien am Meer waren toll gewesen, und er dachte immer wieder an sein Abenteuer auf der Roboter-Insel zurück. Er wollte seiner Mutter, seinem Vater und all seinen Freunden über die Roboter-Insel erzählen, aber er hatte den Robotern ja versprochen, dass er alles geheim halten würde. Manchmal fragte er sich, ob alles wirklich passiert war und ob er es vielleicht nur geträumt hatte, doch auf seinem Knöchel konnte er immer noch einen grünen Fleck von der Mischung sehen, die ihm über Füße und Hände gelaufen war, nachdem Flecki die Flaschen in der Höhle des Professors umgestoßen hatte. Da rief seine Mutter: „Tom, es ist Zeit, zur Schule zu gehen.“ Tom stieg ins Auto. Er hatte alle seine neuen Bücher und Stifte für die neue Klasse dabei. Seine Mutter hatte ihm dieses Jahr neue Anziehsachen für die Schule gekauft, weil er aus den alten herausgewachsen war. Die neue Hose schien ziemlich groß zu sein, doch seine Mutter hatte gesagt, dass es besser wäre, wenn sie etwas größer waren, weil er dann in sie hineinwachsen würde. Die Jacke passte ihm gut, aber die neuen Schuhe waren ein bisschen eng. Er fühlte sich in den Sachen nicht besonders wohl. „Hör auf zu meckern“, sagte seine Mutter. „Du wirst dich daran gewöhnen. Und vergiss nicht, nach der Schule hole ich dich am Tor ab, tschüß und viel Spaß.“ Tom stieg aus dem Auto, und seine Mutter fuhr davon. Tom konnte seine Freunde drüben auf dem Spielplatz sehen, wie sie Karten austauschten. Er wünschte, er hätte seine mitgebracht. Morgen würde er aber daran denken. Der erste Tag nach den Ferien war ganz OK gewesen, und Tom traf seine Mutter nach der Schule am Tor. Als sie zurück zu Hause waren, ging Tom nach oben, um sich seine Jeans und sein T-Shirt anzuziehen, damit er draußen mit Flecki spielen konnte, bevor es Essen gab. Er zog die neue Hose aus und wollte gerade seine Jeans anziehen, als er bemerkte, dass der grüne Fleck auf seinem Knöchel größer geworden war. Er ging ins Badezimmer und versuchte, ihn abzureiben, doch egal wie stark er rieb, er ging einfach nicht ab. „Na schön“, dachte Tom, „er wird wohl irgendwann abgehen“, und rannte nach draußen, um mit Flecki zu spielen, der schon auf ihn wartete. Er hob den Ball auf und warf ihn in den Garten, damit Flecki ihn wieder zurückholte, doch der Ball flog höher, als Tom gewollt hatte, über die Hecke und auf die Straße. Tom rannte aus dem Garten, um ihn zurückzuholen, dabei hörte er ein lautes Geräusch von zerbrechendem Glas, und im nächsten Augenblick hörte er sehr ärgerliche Stimmen. „Welcher kleine Lümmel hat diesen Ball in mein Gewächshaus geworfen?“ hörte er jemanden rufen, und er rannte schnell zurück in seinen Garten, bevor irgend jemand ihn sehen konnte. Er hatte es nicht mit Absicht gemacht. Er hatte den Ball nur so wie immer in den Garten geworfen. Wie konnte es passieren, dass er so weit flog? Er blickte auf Flecki hinunter, der immer noch wartete. „Es sieht so aus, als bräuchten wir einen neuen Ball“, sagte Tom und ging zurück ins Haus, um einen neuen zu suchen. Ein paar Minuten später kam er wieder nach draußen und war dieses Mal sehr vorsichtig. Er rollte den Ball nur durch den Garten, aber selbst da war der Ball sehr schnell, und Flecki schaffte es gerade noch, ihn zu fangen, bevor er durch die Hecke rollte. Am nächsten Tag machte sich Tom wieder fertig für die Schule. Diesmal dachte er an seine Karten und legte sie sich in den Schulranzen. Als er zur Schule kam, sah er seine Freunde Karten tauschen und ging zu ihnen hinüber. Tom wusste, dass einige seiner Freunde bessere Karten hatten als er und hoffte, vielleicht ganz viele schlechtere Karten loszuwerden, um eine gute zu bekommen. Tom nahm seine Karten aus dem Paket, doch als er sie herumreichte, bemerkte er, dass der Aufdruck sich abrieb. Er nahm die Lieblingskarte seines Freundes Max, auf die Max wirklich stolz war. Er sah sie sich an und gab sie zurück, doch dabei verschwand der Aufdruck von der Karte, und die Karte war nur noch leer. „Was hast du mit meiner Karte gemacht?” sagte Max. „Nichts, ich habe sie mir nur angesehen“, sagte Tom. „Du hast den ganzen Aufdruck abgerieben“, sagte Max verärgert. „Gib mir deine ganzen Karten, das war meine allerbeste Karte, die sonst niemand hatte, und du hast sie einfach verschandelt.“ Tom wusste nicht, was los war. Er händigte Max alle seine Karten aus, doch sie sahen ganz genauso aus, einfach nur leere Karten mit nichts drauf. Es war so, als ob jedes Mal, wenn Tom die Karten anfasste, der Aufdruck abgerieben wurde. „Die will ich nicht“, sagte Max und warf sie auf den Boden. In diesem Moment klingelte es, und es war Zeit, in die Klasse zu gehen. Tom war sehr traurig. Jetzt, wo Max nicht mehr sein Freund sein würde und keiner mit ihm spielen wollte. „Hörst du?“ Er blickte hoch, Frau Schneider stand neben ihm, und er hatte nichts von dem gehört, was sie gesagt hatte, er war zu beschäftigt damit gewesen, an seinen Freund Max zu denken. Er wollte Frau Schneider gerade sagen, dass er nicht wusste, was sie gesagt hatte, als er plötzlich merkte, dass er genau wusste, was sie gesagt hatte, ja er konnte sich sogar Wort für Wort an alles erinnern. Er wusste nicht, wie das möglich war, er hatte doch noch nicht einmal gemerkt, dass sie redete. „Doch, ich habe zugehört“, sagte Tom. „Dann solltest du wohl besser vor die Klasse treten und aufschreiben, was ich gesagt habe“, sagte Frau Schneider, die ihm kein Bisschen glaubte. Tom stand von seinem Platz auf und ging zur Tafel. Er nahm ein Stück Kreide und schrieb im Nu jedes einzelne Wort auf die Tafel, das Frau Schneider gesprochen hatte. Als er fertig war, trat er von der Tafel zurück. Die Tafel war von oben bis unten voll geschrieben. Plötzlich merkte er, wie still alle geworden waren, Frau Schneider stand mit hervorquellenden Augen und weit offenem Mund da. Sie konnte nicht glauben, dass Tom sich an jedes einzelne Wort erinnern konnte, das sie gesprochen hatte, seit sie die Klasse betreten hatte. Tom ging an seinen Tisch zurück. Alle starrten ihn an. Er war sehr mit sich zufrieden. Er wusste nicht, wie er sich an so viel erinnern konnte, aber er würde herausfinden, ob das noch einmal ging. Er hatte alles über Max und seine Karten vergessen, und als er nach draußen auf den Spielplatz ging, kamen alle seine Freunde auf ihn zu gerannt. „Wie hast du das gemacht, Tom?“ Sie waren alle sehr neugierig. Doch Tom konnte ihnen nicht sagen, wie er es gemacht hatte, er wusste es ja selber nicht. Tom beschloss, dass er es noch mal versuchen würde, wenn sie in die nächste Stunde gingen. Er trödelte und ging erst hinein, als die Stunde schon angefangen hatte. Er setzte sich an seinen Tisch und sah zu Frau Schneider hinüber, die eine Geschichte vorlas. Dann passierte etwas Erstaunliches. Er hörte ein Geräusch vom anderen Ende des Klassenzimmers, und als er den Kopf drehte, um nachzusehen, was es war, sah er Max und konnte hören, was er dachte. „Was soll ich jetzt machen, wo meine beste Karte keinen Aufdruck mehr hat, es ist alles Toms Schuld, ich werde nie mehr sein Freund sein.“ Max’ Gedanken wurden in Toms Kopf übertragen. Tom sah sich in der Klasse um. Er sah, dass alle zu Frau Schneider blickten, aber nicht jeder zuhörte. Tom wusste das, weil er ihnen dabei zuhörte, was sie dachten. Er sah zu Frau Schneider, die mit dem Vorlesen aufgehört hatte und der Klasse jetzt einige Fragen über die Geschichte stellen würde. Gerade wollte sie eine Frage stellen, als Tom die Antwort rief, bevor sie überhaupt ein Wort gesagt hatte. Jedes Mal, wenn sie an eine Frage dachte, rief Tom schon die Antwort. Er las ihre Gedanken. Frau Schneider legte das Buch hin und rief Tom zu sich hinüber. „Ich will, dass du den Rest der Stunde ganz ruhig hier sitzen bleibst. Ich sehe, dass du viel zu klug für diese Klasse bist, morgen wirst du in eine höhere Klasse mit älteren Kindern versetzt.“ Als es Zeit war, nach Hause zu gehen, wartete Tom am Tor auf seine Mutter. Er konnte Max mit den anderen Jungen spielen sehen, ging aber nicht zu ihnen hinüber. Er hatte ja Max’ Gedanken lesen können und wusste, dass er nicht mehr sein Freund sein wollte. Er überlegte, was Frau Schneider darüber gesagt hatte, am nächsten Tag in eine andere Klasse zu gehen, aber er wollte eigentlich gar nicht in eine Klasse mit älteren Jungen. Er konnte nicht verstehen, wie er plötzlich all diese besonderen Dinge tun konnte, fand aber, dass es richtig Spaß machte. Seine Mutter kam ihn abholen, und Tom erzählte ihr alles, was heute passiert war. Seine Mutter glaubte ihm nicht wirklich, aber sie lächelte und sagte, sie hoffte, er würde morgen noch genauso klug sein. Als er zu Hause war, ging er seine Jeans und sein T-Shirt anziehen und bemerkte, dass der grüne Fleck auf seinem Knöchel noch größer geworden war und begann, sein Bein hochzuwandern. Wieder versuchte er, ihn abzuwaschen, aber es nutzte nichts, er ging einfach nicht ab. Draußen wartete Flecki auf ihn, und er hob den Ball auf, um ihn in den Garten zu werfen. Er erinnerte sich daran, was gestern passiert war, und traute sich nicht, ihn zu fest zu werfen. „Hier Flecki, lauf und hol ihn!“ Tom warf den Ball, aber diesmal flog er nicht einfach über den Zaun, sondern hoch in die Luft und über die Dächer, bis Tom nur noch einen winzigen Fleck in der Luft sehen konnte, der wie ein Vogel aussah. Flecki suchte überall nach dem Ball, auch erschnüffeln konnte er ihn nicht, und kam bellend zu Tom gerannt, damit er den Ball für ihn warf. Nachdem Tom zu Mittag gegessen hatte, ging er nach oben in sein Zimmer. Er zog die Hose hoch und betrachtete den grünen Fleck auf seinem Bein. Er war nicht größer geworden, aber Tom spürte ein sehr kaltes Kribbeln im Bein. Er erinnerte sich, dass er schon einmal dieses Kribbeln gespürt hatte, als auf der Roboter-Insel die grüne Mischung auf ihn geflossen war. Er hörte seine Mutter die Treppe hochkommen und versuchte, sein Bein abzudecken, aber seine Mutter hatte den grünen Fleck schon gesehen und wurde sehr ärgerlich. „Tom, was hast du denn gemacht? Wie ist die ganze Farbe dahin gekommen? Ich hoffe, sie ist nicht auf deiner neuen Hose. Geh ins Badezimmer und wasch die Farbe ab, bevor du ins Bett gehst.“ Tom rieb und rieb, aber egal, wie hart er rieb, die Farbe ging immer noch nicht ab. Er ging ins Bett, konnte aber nicht einschlafen. Ihm gingen so viele Dinge im Kopf herum. Er überlegte, wie hoch er den Ball geworfen hatte. Wie konnte er ihn nur über alle Dächer werfen? Er war doch nur ein kleiner Junge, er wusste nicht, wie er das geschafft hatte. Dann überlegte er, wie er die Gedanken der anderen lesen konnte und was heute in der Schule passiert war. Er fühlte sein Bein kribbeln und wusste, dass seine Mutter morgen sehr ärgerlich sein würde, weil der grüne Fleck immer noch auf seinem Bein war. Als Tom am nächsten Morgen aufwachte, sah er sich als Erstes sein Bein an. Es fühlte sich sehr kalt und kribbelig an, und gleich würde er sich erst richtig erschrecken. Der grüne Fleck war vollständig verschwunden, doch sein Bein war hart und glänzend, und sein Fuß fühlte sich schwer an. Er versuchte zu gehen, aber er fühlte sich wie niedergedrückt. Er betrachtete sein anderes Bein, das war in Ordnung, aber er entdeckte einen grünen Fleck, der sich auf dem Knöchel bildete. Schnell zog er seine Schulsachen an, ging nach unten und frühstückte. Er hoffte, seine Mutter würde nicht sein Bein sehen wollen, um sicherzugehen, das er die Farbe abgerieben hatte, aber sie sprach zum Glück die ganze Zeit mit der Nachbarin und hatte es ganz vergessen. Als er in der Schule angekommen war, wartete Frau Schneider an der Klassentür auf ihn. „Tom, du wirst in eine andere Klasse versetzt. Du bist zu klug für meine Klasse. Ich werde dich zu Herrn Müller bringen.“ Tom mochte die Vorstellung gar nicht, in eine Klasse mit älteren Jungen als er selber zu gehen, aber Frau Schneider hatte sich schon entschieden. Sie gingen die Treppe hoch und in das erste Klassenzimmer. Tom ging hinter Frau Schneider her. „Das ist der Junge, von dem ich Ihnen erzählt habe“, hörte er Frau Schneider zu Herrn Müller sagen. Herr Müller betrachtete Tom. „Sind Sie sicher, dass er mit den älteren Jungen mithalten kann, er ist noch sehr jung“, sagte er. „Warten Sie einfach ab und sehen Sie selbst“, erwiderte Frau Schneider und ging aus der Klasse. Herr Müller bedeutete Tom, sich hinzusetzen. Die älteren Jungen waren so viel größer als Tom, und er konnte alles hören, was sie dachten. Gemeine Dinge wie „Was macht der denn in unserer Klasse, der gehört doch zu den Babys“ und „Der soll bloß nicht so angeben und so tun, als wäre er besser als wir.“ „Liebe Schüler“, sagte Herr Müller und öffnete ein großes Buch auf seinem Pult. „Wir haben einen neuen Jungen in der Klasse, er heißt Tom. Er ist viel jünger als ihr, und ich will, dass ihr alle nett zu ihm seid.“ Dann rief er Tom zu: „Ich möchte, dass du hierher kommst und so viel du kannst aus diesem Buch vorliest. Vielleicht wirst du Schwierigkeiten haben, aber tu einfach dein Bestes.“ Tom ging zum Pult hinüber. Die anderen Jungen in der Klasse fingen an zu lachen, weil sie wussten, dass es sehr schwierig war, aus dem großen Buch vorzulesen, und nur wenige von ihnen hatten mehr als die erste Seite geschafft. Tom fing an vorzulesen, Seite für Seite, ohne einmal aufzuhören. Er las so schnell, dass er gerade mal mit einer Seite begonnen hatte und schon auf der nächsten war. Er war überhaupt nicht mehr aufzuhalten. Er las immer weiter vor, bis er das ganze Buch durch hatte. Alle sahen ihn staunend an. Wie konnte ein kleiner Junge wie Tom aus so einem schwierigen Buch vorlesen, ohne auch nur einmal Pause zu machen? Herr Müller hatte noch niemals einen Schüler in seiner Klasse gehabt, der das Buch bis zum Ende geschafft hatte. Tom ging zurück zu seinem Platz und setzte sich hin. Herr Müller rief einige andere Jungen nach vorn, um vorzulesen, aber sie schafften nur ein paar Zeilen aus dem Buch. Herr Müller war so erschrocken, dass Tom das große Buch vorgelesen hatte, dass er sagte, er würde nachschauen müssen, ob er ein noch viel schwierigeres Buch finden würde, um es Tom zum Vorlesen zu geben. Nachdem Herr Müller aus der Klasse gegangen war, kam einer der älteren Jungen, der immer den Starken spielte und vor dem alle Angst hatten, zu Tom herüber. „Wage es ja nicht, das nächste Buch vorzulesen, oder ich verhaue dich so, dass du nie mehr irgendetwas vorlesen kannst.“ Doch Tom hatte keine Angst vor ihm. Er fühlte sich stark. Er wusste, dass die grüne Mischung, die auf der Roboter-Insel auf ihn geflossen war, ihm die besonderen Kräfte der Roboter verliehen haben musste. Herr Müller kam zurück in die Klasse. „Also Tom, dies hier ist das am schwierigsten vorzulesende Buch der ganzen Schule. Komm her und versuche, daraus vorzulesen.“ Tom stand auf, blickte zu dem Platz hinüber, wo der große, starke Junge saß, und sagte: „Merke dir eines, ich habe keine Angst vor dir.“ Tom öffnete das Buch. Es war so kompliziert, dass sogar Herr Müller Schwierigkeiten gehabt hätte, daraus vorzulesen. Nicht aber Tom, nach wenigen Minuten hatte er das Buch vom Anfang bis zum Ende durchgelesen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. „Du meine Güte, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Herr Müller. „Ich finde, ihr solltet einmal alle nach draußen an die frische Luft gehen, während ich mir überlege, was als Nächstes zu tun ist.“ Draußen auf dem Spielplatz sah Tom, wie die älteren Jungen alle in einem Kreis zusammenstanden und über ihn sprachen. Dann sah er den großen, starken Jungen auf sich zukommen. Als er näher gekommen war, trat er nach Tom, aber Toms Bein war so hart geworden, dass der Rabauke vor Schmerzen aufschrie. Alle seine Zehen bluteten. Tom fing an zu lachen, die anderen Jungen auch. Es war gut zu sehen, wie der gemeine Kerl endlich einmal selber etwas abbekam. Der Rabauke war so wütend, dass er versuchte, Tom zu packen und auf die Erde zu werfen, aber Tom gab ihm einfach nur einen kleinen Schubs, und im nächsten Augenblick flog er schon durch die Luft und direkt bis zur Mauer auf der anderen Seite des Spielplatzes. Alle fingen an, ihn auszulachen. Der Rabauke war kein Gegner für Tom, dabei war Tom nur halb so groß wie er. Schon bald sprach sich in der Schule herum, wer Tom war und was er alles tun konnte. Alle wollten seine Freunde sein. Alle außer Max. Er war immer noch böse, weil Tom ihm seine beste Karte verschandelt hatte. Wie immer kam Toms Mutter ihn nach der Schule abholen, doch bevor sie abfahren konnte, rief Herr Müller sie zu sich. „Ich würde gerne kurz mit Ihnen über Tom sprechen, bevor Sie fahren.“ Sie blickte Tom an. „Ich hoffe, du warst nicht unartig“, sagte sie und folgte Herrn Müller in die Schule. Tom wartete so lange und betrachtete dabei den Spielplatz. Er sah Max, der an der Mauer stand und sich seine Karten anschaute. Es tat ihm Leid, dass er nicht mehr mit Max befreundet war, und wusste, dass der Aufdruck von den Karten abgerieben worden sein musste, weil seine Hände zu stark gewesen waren, als er sie angefasst hatte. Plötzlich sah er, wie der große starke Junge zu Max hinüberging, um ihm seine Karten wegzunehmen. Max versuchte, sie sich wiederzuholen, aber der andere war viel größer als Max und drückte ihn einfach zu Boden. Tom ging zu dem gemeinen Kerl hinüber. „Gib Max seine Karten zurück“, sagte er. Der Rabauke hatte solche Angst vor Tom, dass er sie Max sofort zurückgab. „Und jetzt entschuldige dich.“ Der Rabauke schüttelte den Kopf. „Niemals.“ Da packte Tom einfach seine Hand und fing an, sie fest zu drücken. „Jetzt entschuldige dich bei Max.“ Der Rabauke glaubte, seine Hand würde zerbrechen, und schrie vor Schmerzen. Toms Hände waren sehr stark. „Entschuldigung, Max“, sagte er. Tom ließ ihn los, und er rannte weg. Max blickte Tom an und lächelte, und beide hakten sich ein. Sie waren wieder die besten Freunde. Als Toms Mutter zurückkam, sah sie sehr besorgt aus. „Was hat Herr Müller gesagt?“ fragte Tom. „Steig ins Auto, ich werde es dir auf dem Weg nach Hause erzählen“, sagte sie. Als sie nach Hause fuhren, erzählte sie Tom, dass Herr Müller dachte, er wäre viel zu talentiert, um in eine normale Schule zu gehen, und dass sie versuchen sollte, einen Platz in einer viel besseren Schule für ihn zu finden, in die nur begabte und kluge Kinder kamen. „Nein“, sagte Tom, „ich will nicht in eine andere Schule gehen. Alle meine Freunde sind hier in der Schule, in einer anderen Schule würde ich doch niemanden kennen.“ „Ach, mach dir keine Sorgen“, sagte seine Mutter. „Es wird lange dauern, bis wir die richtige Schule für dich gefunden haben, aber es muss sein, und du wirst andere Freunde finden.“ Tom wurde ganz still. Er wollte in keine andere Schule gehen. Er war glücklich, wo er jetzt war. Langsam wünschte er, er hätte keine besonderen Fähigkeiten. Er wollte einfach nur ein normaler kleiner Junge sein, so wie früher. Als er zurück zu Hause war, ging er sich umziehen. Er betrachtete seine Beine. Ein Bein war einfach nur hart und glänzend, das andere hatte einen grünen Fleck, der größer wurde und sein Bein hochwanderte. Er zog seine Jeans an und ging mit Flecki spielen. Doch er traute sich nicht mehr, Flecki den Ball zu werfen, damit er nicht noch mehr Schaden anrichtete. Nach dem Essen ging er nach oben und setzte sich still hin, um darüber nachzudenken, was mit ihm passiert war. Er wusste, dass er die besondere Fähigkeiten wegen der grünen Mischung hatte, die auf der Roboter-Insel auf ihn geflossen war. Er befürchtete, dass bald auch sein anderes Bein hart und glänzend werden würde, war jetzt aber doch froh, dass seine Mutter ihm eine größere Hose für die Schule gekauft hatte. Zumindest konnte so niemand seine Beine sehen. Am nächsten Tag, als Tom aufstand und seine Beine betrachtete, sahen sie beide gleich aus. Der grüne Fleck war verschwunden, und jetzt hatte er harte Beine aus Blech, die aussahen wie Roboterbeine. Was sollte er bloß tun. Seine Füße waren gewachsen und fühlten sich schwer an. Er bekam seine Schuhe nicht mehr an. So sehr er es auch versuchte, seine Füße passten einfach nicht mehr in die Schuhe hinein. Er würde schauen müssen, ob er vielleicht ein Paar Schuhe von seinem Vater finden würde, und konnte nur hoffen, dass niemand es bemerken würde. Während seine Mutter unten beschäftigt war, blickte Tom in den Kleiderschrank seines Vaters. Ja, dieses Paar schwarze Schuhe würde ihm passen, hastig zog er sie an. „Tom, bist du fertig für die Schule?” hörte er seine Mutter rufen. Langsam ging er die Treppe hinunter. Seine Füße und Beine fühlten sich so groß und schwer an, dass er sie kaum hochheben konnte. Das gefiel ihm gar nicht. So konnte er doch heute auf keinen Fall Fußball spielen. Er würde so tun müssen, als hätte er seine Fußballsachen vergessen. „Du bist heute so schweigsam, Tom“, sagte seine Mutter. „Fühlst du dich nicht gut?“ „Nein, mir geht es gut“, sagte Tom. „Ich will heute nur nicht Fußball spielen.“ „Warum das denn nicht?“ fragte seine Mutter sehr überrascht, denn sie wusste, dass Tom sonst immer gerne Fußball spielte. „Weil meine Beine so müde sind“, sagte Tom. Den wirklichen Grund wollte er nicht sagen. Er hoffte, dass seine Beine vielleicht einfach wieder normal werden würden. „Das wird schon klappen“, sagte seine Mutter. „Wahrscheinlich hast du einen Krampf in den Beinen, die Bewegung wird dir gut tun.“ Am Schultor winkte Tom seiner Mutter zum Abschied und ging in seine Klasse. Er sah Max die andere Klasse betreten und wünschte, er könnte mit ihm gehen. Max winkte ihm zu, und Tom war glücklich, dass sie wieder Freunde waren. Er beschloss, dass er das nächste Mal, wenn er Max sah, ihm das Geheimnis erzählen würde. Herr Müller ging zu Toms Platz herüber. „Tom“, sagte er, „ich weiß, dass du lieber bei den Jungen in deinem Alter wärst, deshalb kannst du, auch wenn du in dieser Klasse Unterricht hast, trotzdem in der Pause mit den Jungen deines Alters draußen spielen.“ Tom freute sich, als Herr Müller das sagte, und konnte es kaum erwarten, Max alles darüber zu erzählen, was mit ihm geschah. Als es Zeit war, nach draußen zu gehen, suchte er nach Max. Max saß mit einigen Jungen an der Mauer. Tom ging zu ihnen hinüber. „Max, Max, komm mal her, ich will dir etwas erzählen.“ „Einen Moment, lass mich nur noch das Spiel zu Ende spielen“, sagte Max. Als er fertig war, kam er zu Tom herüber. „Was ist los?” fragte er. Tom flüsterte: „Komm mit, ich muss dir etwas zeigen, aber lass niemand anderen etwas davon mitbekommen.“ Sie gingen hinter den Fahrradschuppen. „Bleib hier stehen, pass auf, dass niemand kommt“, sagte Tom. „OK“, sagte Max. Tom krempelte seine Hosenbeine hoch, und Max sah ihn ungläubig an. „Was hast du denn gemacht?“ fragte er. „Psst, niemand darf uns hören, es ist ein Geheimnis“, sagte Tom, und dann erzählte er Max alles darüber, wie er die besondere Kräfte bekommen hatte und dass seine Beine sich in Roboterbeine verwandelt hatten. „Du darfst es niemandem erzählen, es ist ein Geheimnis zwischen uns“, sagte Tom zu ihm. Max staunte. Er wünschte, auch solche besonderen Kräfte zu haben, und fand Toms Roboterbeine absolut genial. Tom war jetzt richtig stolz, vor allem, als Max sich noch mal seine Blechbeine anschauen wollte und ihm sagte, er würde ihm seine allerbesten Karten geben, wenn er nur die Beine mit ihm tauschen könnte. Max versprach Tom, dass sein Geheimnis auf jeden Fall sicher bei ihm aufgehoben war. Er würde es niemandem erzählen. Tom ging in die Schule zurück. Er war froh, es Max erzählt zu haben, und wusste, dass er ihm vertrauen konnte und er das Geheimnis für sich behalten würde. Sie würden für immer Freunde bleiben, egal, was passierte. Er hörte Herrn Müller rufen: „Beeilung, Tom, es ist Zeit zum Fußballspielen, geh dich umziehen.“ Die anderen Jungen waren schon alle weg, er war so in Gedanken vertieft gewesen, dass er es gar nicht bemerkt hatte. „Ich habe meine Fußballsachen vergessen“, log Tom. „Dann wirst du sie dir von jemand anderem leihen müssen“, sagte Herr Müller. „Beeil dich, alle warten schon.“ Tom fühlte ein kaltes Kribbeln, das immer weiter seinen Körper hinaufkroch. Er stand auf und ging aus dem Klassenzimmer. „Komm dann zu uns aufs Feld, wenn du dich umgezogen hast“, sagte Herr Müller, „und spute dich.“ Tom ging sehr langsam. Er konnte kaum seine Füße heben. Er ging in die Umkleide und tat so, als würde er nach Fußballtrikots suchen. Er würde sich verstecken müssen, bis der Fußball vorbei war. Das kribbelnde Gefühl wanderte immer weiter seinen Körper hoch. Sein Hemd wurde eng und riss auf, und die Knöpfe sprangen ab. Sein ganzer Körper hatte sich in Blech verwandelt. „Ich verwandele mich in einen Roboter“, schrie Tom. Er rannte zum Spiegel, und ihm blickte ein Robotergesicht daraus entgegen. Er hatte blitzende Augen, und aus seinen Ohren kam Qualm. Als er versuchte zu gehen, sprühten Funken aus seinen Füßen. Er wollte kein Roboter sein. „Nein, nein, macht keinen Roboter aus mir“, weinte er. Doch er konnte nichts tun. Er war ein kleiner Junge in einem Roboterkörper. Plötzlich ging die Tür der Umkleide auf, und Max kam herein. Er schrie, als er den Roboter sah, und rannte wieder hinaus. „Max, Max, ich bin es“, rief Tom, aber Max war schon weg. Er hatte sich noch nie in seinem Leben so gefürchtet. Er rannte nach draußen und zitterte vor Angst. Auch Tom hatte Angst, er konnte sich nirgendwo verstecken und hörte Max draußen schreien. Er musste versuchen, ihn aufzuhalten, und ihm sagen, dass er in Wirklichkeit Tom war, kein echter Roboter. Er versuchte, sich zu beeilen, aber er war zu schwer und machte beim Gehen dröhnende Geräusche. „Max, Max, komm zurück, ich bin es, Tom.“ Max schrie wieder und rannte so schnell er konnte davon. Tom konnte jetzt auch die anderen Jungen auf dem Fußballfeld sehen. Max rannte schreiend und rufend auf sie zu. Sie drehten sich alle um, als sie Max’ Schreie hörten, und erblickten einen Roboter, der Max verfolgte. Innerhalb von Sekunden war das Fußballfeld leer. Die Jungen wussten nicht, wohin sie rennen sollten, alle waren in Panik und riefen: „Ein Roboter, schnell weg hier!“ Der arme Tom versuchte, sie aufzuhalten. „Bitte rennt nicht weg, ich bin es, Tom, ich tue euch nichts, halt, ich bin es, Tom!“, doch niemand konnte ihn hören. Alle hatten so große Angst, dass sie einfach nur weiterrannten. Herr Müller war gerade wieder in die Schule gegangen, um nach Tom zu suchen. Er war sehr ärgerlich, dass Tom so lange brauchte, um andere Fußballsachen zu finden, so dass alle warten mussten, um mit dem Spielen anzufangen. Natürlich hatte er Tom nicht finden können und war auf dem Weg zurück aufs Feld. Als er näher kam, hörte er alle rufen und wusste nicht, was los war. Die Jungen rannten zurück zur Schule. „Ein Roboter, schnell zurück, auf dem Feld ist ein Roboter!“ „Seid nicht albern“, sagte Herr Müller. „Geht zurück auf das Feld.“ Doch niemand hörte auf ihn. Sie waren alle in die Schule zurückgerannt. Alle bis auf einen kleinen Jungen, Max. Er stand neben dem, der jetzt ein Roboter war, doch er wusste, dass es in Wirklichkeit Tom war. „Sag ihnen, dass ich es bin“, sagte Tom, doch er wusste, dass niemand ihm Glauben schenken würde. Max hatte Mitleid mit Tom, aber er wusste nicht, was er tun sollte. „Ich werde Herrn Müller sagen, dass du es bist“, sagte er. „Aber du wirst hier warten, bis ich zurückkomme, weil sie alle Angst haben.“ Max ging über das Feld, um zu versuchen, Herrn Müller zu finden und ihm zu sagen, dass es in Wirklichkeit Tom war, doch Herr Müller hatte den Roboter gesehen und war in die Schule zurückgelaufen, um die Polizei zu rufen. In der Schule rannten alle durch die Gegend und schrien: „Draußen ist ein Roboter!“ Tom wartete auf dem Feld. Vielleicht würde Herr Müller ihn erkennen, wenn er weiter in Richtung Schule ging. Er überlegte, dass Max es ihm inzwischen sicher gesagt hatte und er ihm bestimmt helfen konnte. Er beschloss deshalb, zurück zum Schulhof zu gehen. Als er auf den Schulhof ging, sah er, wie alle Kinder ihr Gesicht ans Fenster drückten. „Er ist da, der Roboter ist da!“ Sie kletterten auf Tische und Stühle, um den Roboter sehen zu können, und riefen und zeigten auf ihn. Aus Toms Füßen sprühten Funken, und aus seinem Mund und seinen Ohren kam Qualm. Aber im Roboterkörper war einfach nur Tom, ein normaler kleiner Junge, doch niemand würde Tom je wiedersehen. In der Entfernung konnte er die Polizeisirenen hören. Sie kamen immer näher und näher. Er versuchte zu laufen, aber seine Füße und Beine waren zu schwer. Er sah, wie alle Kinder ihn durch die Fenster beobachteten und wusste, dass niemand Max glauben würde, dass der Roboter in Wirklichkeit Tom war. Die Polizeiwagen rasten auf das Schulgelände. Sie richteten die Gewehre auf ihn. „Nein, nicht schießen, ich bin es, Tom!“ Aber sie konnten ihn nicht hören. Die Polizisten umstellten ihn und zielten auf ihn. Feuer. Mit einem lauten Knall fielen Schüsse auf ihn, aber nichts passierte. Die Kugeln prallten einfach von seinem Körper ab. „Zielen, Feuer.“ Die Polizisten versuchten es erneut, aber es passierte genau dasselbe. Die Kugeln prallten an ihm ab. Tom merkte plötzlich, dass sie ihn nicht erschießen konnten. Egal wie viele Schüsse sie auf ihn abfeuerten, er hatte einen Roboterkörper und konnte durch nichts verletzt werden. Tom fing an, die Kugeln wieder zurück auf die Polizisten zu werfen, als ob er 2 Tennisschläger in den Händen hätte. Dann fing er an, den Kindern zuzuwinken, die alle an den Fenstern hingen. Er beschloss, dass es Zeit für ein bisschen Spaß war, und ging mit weit geöffneten Armen auf die Polizisten zu. Er blies Feuer aus der Nase, und aus seinen Ohren sprühten Funken. Aus seinem Kopf kam Qualm, und seine Augen wechselten die Farbe. Die Kinder fanden das sehr lustig, sie hatten keine Angst mehr vor ihm, und als die Polizisten durch die Schultore nach draußen rannten, klatschten sie alle in die Hände und jubelten. Tom stand in der Mitte des Spielplatzes und gab eine solche Vorstellung mit Funken und Feuer, dass es besser war als ein Feuerwerk. Die Kinder fanden es toll und riefen ihm zu, es noch einmal zu machen. Tom war jetzt sehr mit sich zufrieden. Es war doch gar nicht so schlecht, ein Roboter zu sein. Doch seine Freude dauerte nicht lange. Tom hörte, wie etwas in der Ferne sich den Schultoren näherte. Er blickte in die Luft und konnte Hubschrauber über sich sehen. Dann krachten die Schultore auf, und der größte Bagger, den Tom je gesehen hatte, kam auf das Schulgelände gerattert. Was war los? Was wollten sie bloß mit ihm machen? Tom sah die mächtige Schaufel vor dem Bagger, der immer näher und näher kam, und plötzlich wurde er in die Luft gehoben. Er versuchte, hinauszuklettern, doch sein Metallkörper rutschte wieder in die Schaufel hinein. Er war in der Falle. Es gab keinen Weg hinaus. Der Bagger wendete und fuhr hinaus auf die Straße. Tom wurde hoch oben in der Schaufel festgehalten. Immer wieder versuchte er, hinauszuklettern, doch jedes Mal, wenn er die Oberkante der Schaufel erreicht hatte, fiel er wieder herunter. Er wünschte, er hätte eine Strahlenkanone und Werkzeuge in seinen Armen, so wie die anderen Roboter, die er auf der Roboter-Insel getroffen hatte, dann hätte er leicht entkommen können. Aber er war nur ein kleiner Roboter und hatte deshalb nicht die gleichen Werkzeuge wie die ausgewachsenen Roboter. Vor dem Bagger und dahinter konnte Tom die Polizeisirenen hören. Er wusste, dass die Polizei die Straße räumte, um mit dem Bagger durchzukommen. Wohin fuhr er? Wo brachten sie ihn hin? Plötzlich hielt der Bagger an. „Ladet ihn hier ab“, hörte er jemanden sagen. Im nächsten Augenblick wurde die Schaufel abgesenkt, und er wurde hinausgeworfen. Mit einem großen Krachen fiel er auf die Erde. Er sah sich um. Er war überall von alten Autos umgeben. Er versuchte, sich zu bewegen, doch er konnte nicht, er fühlte, wie etwas auf ihn drückte. Der Bagger hatte ihn auf den Schrottplatz gebracht, wo die alten Autos in die Presse kamen, bis sie platt gedrückt waren. Er fühlte etwas sehr Schweres auf ihm liegen. Er würde in winzig kleine Stücke zerdrückt werden und sterben. Er schloss die Augen, er konnte das Gewicht auf ihm nicht ertragen. Es zermalmte ihn, drückte ihn immer platter. „Tom, Tom, aufwachen, wir sind zu Hause.“ Er merkte, wie jemand ihn schüttelte. „Wach auf, wach auf, was machst du denn hier unter den ganzen Koffern?“ Tom öffnete die Augen. Es war seine Mutter, die versuchte, ihn aufzuwecken. „Wo bin ich?“ fragte Tom. „Wir sind zu Hause, du hast geschlafen, seit wir vom Meer zurückgekommen sind“, sagte seine Mutter zu ihm. „Wie hast du es bloß fertig gebracht, unter all diesen Koffern zu schlafen?“ Tom setzte sich auf, er war im Auto, und irgendwie waren alle Koffer vom anderen Sitz auf ihn gefallen. Also war er doch kein Roboter, er war nur der ganz normale kleine Tom. Es war alles nur ein Traum gewesen, und er würde nicht auf dem Schrottplatz in der Presse sterben. Er sprang aus dem Auto, lief in den Garten und warf Flecki so weit er konnte den Ball, aber diesmal flog er nur bis zum Ende des Gartens. Er war so glücklich, dass er einfach wieder nur Tom war, ohne besondere Kräfte, er war einfach genauso wie sonst auch immer. Im nächsten Augenblick lief er davon, um seinen Freund Max zu rufen. Er konnte es kaum erwarten, ihm von seinem schrecklichen Traum zu erzählen.
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