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Opa Grummel in der Höhle des Weihnachtsmanns
Bald würde Weihnachten sein. Oma Sorglos schlotterte, als sie vor den Schaufenstern der Geschäfte stand. Sie konnte wirklich einen neuen Wintermantel gebrauchen, um sie warm zu halten, doch sie hatte nicht genügend Geld. Sie waren alle viel zu teuer. Und nicht nur das, sie hatte noch so viele Weihnachtsgeschenke zu besorgen, dass sie hoffte, vielleicht einen Mantel im Schlussverkauf nach Weihnachten ergattern zu können. „Also wo ist meine Einkaufsliste?“ dachte sie. Sie stöberte in ihrer Tasche herum und fand schließlich die Liste mit all den Weihnachtsgeschenken, die sie besorgen musste. Dann trat sie durch die Türen des großen Geschäftes, bereit, sich ins Getümmel zu stürzen. In dem Geschäft war alles mit Weihnachtsdekoration geschmückt. Von der Decke baumelten Bänder herunter, an denen hübsche Christbaumkugeln, Schneemänner und Nikoläuse mit Schlitten voller Spielzeug und Buden voller Christstollen und Zimtsterne hingen. Und überall wuselten die Leute herum und erledigten ihre Weihnachtseinkäufe. Oma Sorglos blickte sich um und war richtig glücklich. Sie fand es toll, in der Weihnachtszeit in die Stadt zu gehen und all die hübsch erleuchteten Geschäfte zu sehen und Weihnachtslieder zu hören. Es war herrlich, Opa Grummel einmal nicht grummeln zu hören. Opa Grummel ging nie mit Oma Sorglos einkaufen. Oma Sorglos sorgte immer dafür, dass sie alleine einkaufen ging, damit sie umherschlendern und sich Zeit nehmen konnte, ohne dass Opa Grummel sie anschimpfte, sich zu beeilen, und alle aus dem Weg schubste. Sie bahnte sich ihren Weg in die Spielwarenabteilung und fing an, in die Regale zu schauen. Oh je, es war alles so teuer, und Oma Sorglos glaubte schon bald, dass sie wohl nicht genügend Geld für all die Geschenke hatte, die sie haben wollte. Was sollte sie tun? Wie sollte sie es schaffen, all die Dinge zu kaufen, die sie brauchte? Während sie so da stand und sich fragte, was sie tun sollte, hörte sie ein kleines Mädchen weinen. Ihre Mutter hatte sie mitgenommen, um den Weihnachtsmann in seiner Höhle zu besuchen und ihm mitzuteilen, was sie sich wünschte, aber die Höhle war geschlossen. Oma Sorglos ging hinüber zur Höhle, um zu sehen, was da los war. Vor der Höhle standen ziemlich viele Mütter mit ihren kleinen Kindern, die erwartet hatten, den Weihnachtsmann zu sehen, doch anstelle des Weihnachtsmanns war alles, wovon sie begrüßt wurden, ein großes Schild mit der Entschuldigung: Es tut uns Leid, aber der Weihnachtsmann ist krank. „Ach herrje, das ist aber schade!“ dachte Oma Sorglos. Sie wusste, dass die Kinder alle sehr aufgebracht und enttäuscht waren. Sie fragte sich, ob nicht einer der Helfer vom Weihnachtsmann die Aufgabe übernehmen konnte, doch da hörte sie, wie der Geschäftsführer zu einer Mutter sagte, dass sie die Höhle wohl diesmal schließen mussten, wenn sie nicht schnell jemanden zum Aushelfen finden würden, bis es dem Weihnachtsmann wieder besser ging. Oma Sorglos verschwendete keine Zeit. Sie eilte zum Geschäftsführer hinüber. „Junger Mann, entschuldigen Sie, ich hörte, dass Sie jemanden zur Aushilfe in der Höhle brauchen, bis es dem Weihnachtsmann wieder besser geht?“ „Ja, das stimmt, aber irgendwie finden wir niemanden. Die Leute haben alle zu viel zu tun“, antwortete der Geschäftsführer. „Dann überlassen Sie das einfach mir“, sagte Oma Sorglos und war ganz aufgeregt. „Ich kenne jemanden, der genau der Richtige dafür ist, er wird morgen vorbeikommen, um Ihnen auszuhelfen.“ Der Geschäftsführer sah wirklich erfreut aus und sagte, dass er sehr froh wäre, wenn Oma Sorglos jemanden finden würde, um für eine Weile auszuhelfen. Oma Sorglos eilte aus dem Geschäft und lief zum Bus. Ja, sie kannte jemanden, der genau der Richtige war, und ratet mal, wer das war, Opa Grummel. Sie wusste, dass er grummeln würde, weil er es nicht machen wollte, aber wenn Opa Grummel einfach ein paar Tage lang in der Höhle aushalf, könnte Oma Sorglos das zusätzliche Geld, das er bezahlt bekommen würde, für die Weihnachtsgeschenke ausgeben, die sie brauchte. Als Oma Sorglos zu Hause ankam, saß Opa Grummel vor dem Fernseher. Sie zog ihren Mantel aus und machte Tee. Wie konnte sie Opa Grummel überreden, dass er genau der Richtige war, um die Arbeit in der Höhle zu übernehmen? Es würde nicht einfach werden. Sie machte Opa Grummel einen Tee und schnitt ihm ein Stück Christstollen ab. Das sollte ihn in gute Stimmung versetzen, denn sie wusste, dass er Christstollen sehr gerne mochte. Dann erzählte sie Opa Grummel alles darüber, dass der Weihnachtsmann krank war, und wenn Opa Grummel nicht in der Höhle aushelfen würde, könnte die Jungen und Mädchen alle nicht dem Weihnachtsmann mitteilen, was sie sich wünschten, und bekamen dann deshalb vielleicht kein Spielzeug zu Weihnachten. Sie erzählte ihm, wie erfreut der Geschäftsführer war, dass Oma Sorglos ihm gesagt hatte, Opa Grummel würde aushelfen, und dass er etwas zusätzliches Geld für Weihnachten bekommen würde, wenn er seine Arbeit gut machte. Opa Grummel hörte zu, wobei sein Gesicht immer roter und roter anlief, und dann machte er, was Opa Grummel immer machte, er fing an zu grummeln. „Ich verkleide mich doch nicht als Weihnachtsmann und sitze den ganzen Tag in einer Höhle, du alberne Oma. Warum hast du gesagt, dass ich die Arbeit übernehme?“ „Weil all die Jungen und Mädchen aufgebracht sind und ich kein Geld habe, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen“, antwortete Oma Sorglos und ging zurück in die Küche. Opa Grummel saß lange Zeit da und dachte nach. „Vielleicht könnte ich ja aushelfen, ich denke nicht, dass es lange dauern wird, und das zusätzliche Geld wäre schon praktisch, um die Weihnachtsgeschenke zu kaufen.“ Und so ging er in die Küche und sagte zu Oma Sorglos: „In Ordnung, ich werd’s versuchen, aber ich ziehe mir keine dämliche Verkleidung an.“ Oma Sorglos lächelte. „Nein, natürlich nicht”, sagte sie, aber sie wusste ja, dass er, wenn er in die Höhle ging, einen Weihnachtsmann-Mantel tragen musste, doch darüber würde sie sich Gedanken machen, wenn es so weit war. So lange sie Opa Grummel dazu kriegen konnte, die Jungen und Mädchen nicht anzugrummeln, würde alles in Ordnung sein. Doch wie wir alle wissen, hört Opa Grummel nie auf zu grummeln, wer also meint, er könnte so tun, als sei er der Weihnachtsmann, erwartet bestimmt zu viel. Trotzdem machten sich Oma Sorglos und Opa Grummel am nächsten Tag auf den Weg zum Geschäft. Tja, genau, wie Oma Sorglos es schon kommen gesehen hatte: Sobald sie am Geschäft angekommen waren, machte Opa Grummel, was Opa Grummel immer machte, er fing an zu grummeln. „Ich mache mich doch nicht zum Narren und verkleide mich als Weihnachtsmann, jeder wird mich erkennen, ich gehe zurück nach Hause“, schimpfte er und ging fort. Oma Sorglos rannte hinter ihm her. „Komm zurück, keiner wird dich erkennen. Die Kinder werden so froh sein, dass die Höhle geöffnet ist, und so lange du nicht grummelst, werden alle glauben, dass du der echte Weihnachtsmann bist, und wir brauchen doch wirklich das zusätzliche Geld, um ein paar Weihnachtsgeschenke zu kaufen.“ Opa Grummel beruhigte sich und ging mit Oma Sorglos zurück zum Geschäft. „Ja, Oma Sorglos hat Recht”, dachte er. „So lange ich nicht grummele und immerzu lächele, ist es egal, wenn ich ein albernes Kostüm anhabe, weil keiner mich erkennt.“ Frohgemut machten sich Opa Grummel und Oma Sorglos auf den Weg zur Höhle, wo der Geschäftsführer wartete. „Und denk dran“, sagte Oma Sorglos, „es wird nicht geschimpft und gegrummelt, lächele die Kinder einfach nur an, und alles ist in Ordnung.“ Der Geschäftsführer hatte sie schon gesehen und ging sehr erfreut auf sie zu. „Ich freue mich so, dass Sie uns für ein paar Tage aushelfen können“, sagte er zu Opa Grummel. „Ich sehe schon, dass Sie genau der Richtige für diese Aufgabe sind, bis es dem Weihnachtsmann wieder besser geht. Lassen Sie mich Sie nun in die Höhle führen und Ihnen eine Weihnachtsmann-Verkleidung herrichten. Wir haben schon ganz viele wartende Kinder im Laden und müssen uns beeilen.“ In der Höhle befand sich ein riesiger Sessel, in dem der Weihnachtsmann immer saß, und daneben stand ein großer Sack, der bis zum Rand mit allen möglichen Spielzeugsachen gefüllt war. Puppen, Autos, Bücher, Farben, Lego und verschiedenes Spielzeug, das Opa Grummel noch nie gesehen hatte und wovon er noch nicht einmal wusste, was man damit machte. Als er sich alles anschaute, griff der Geschäftsführer in einen Schrank und holte eine Weihnachtsmann-Verkleidung heraus. „Das hier sieht aus, als würde es passen“, sagte er lächelnd. „Beeilen Sie sich und ziehen Sie sich um, dann können wir die Höhle wieder öffnen. Denken Sie daran, fragen Sie die Kinder immer, wo sie wohnen und was sie sich vom Weihnachtsmann zur Bescherung wünschen.“ Opa Grummel nickte und ging sich dann sein Weihnachtsmann-Kostüm anziehen. Er merkte, wie ein Grummeln in ihm hochstieg, doch er schaffte es, sich zu beherrschen. Nein, er durfte nicht anfangen zu grummeln, er musste versuchen, für die Jungen und Mädchen fröhlich auszusehen, dann würde er zusätzliches Geld für Weihnachten bezahlt bekommen. Er zog seine Weihnachtsmann-Verkleidung an, klebte sich einen großen weißen Bart auf und betrachtete sich im Spiegel. Direkt fing er an zu grummeln. Er konnte sich einfach nicht zurückhalten. Er musste einfach grummeln. Ihm war ganz heiß und verschwitzt unter all den Sachen, und er hörte, wie die ganzen Kinder vor der Höhle sehnlich darauf warteten, dass die Höhle endlich geöffnet wurde. „Ich mache das nicht“, schimpfte er ärgerlich und fing an, sich das Kostüm wieder auszuziehen. Doch Oma Sorglos hatte ihn gehört und kam in die Höhle gelaufen. Sobald sie Opa Grummel in seiner Weihnachtsmann-Verkleidung erblickte, fing sie an ihn auszulachen. Und das machte Opa Grummel nur noch ärgerlicher. „Schaff mir dieses alberne Kostüm vom Leib, du verrückte Oma, ich gehe nach Hause“, brüllte er sie an und warf das Kostüm auf den Boden. „Oh nein, das tust du nicht“, sagte Oma Sorglos streng. „All die Kinder warten darauf, dich zu sehen, du kannst sie jetzt nicht enttäuschen.“ „Ist alles in Ordnung da drinnen?“ rief der Geschäftsführer durch die Tür. „Ist der Weihnachtsmann bereit?“ „Ja, fast fertig“, rief Oma Sorglos zurück. „Noch zwei Minuten und Sie können aufmachen.“ „Jetzt zieh dir endlich wieder das Kostüm an und hör um Himmels willen auf mit der Grummelei“, sagte sie zu Opa Grummel. „Lächele immer und denke einfach daran, wenn wir das zusätzliche Geld bekommen, gibt es ein schönes Weihnachtsessen, nicht nur belegte Brote wie sonst immer.“ Das zeigte Wirkung; ein schönes Weihnachtsessen gefolgt von Plumpudding wäre schon toll. Normalerweise konnten sie sich kein großes Weihnachtsessen leisten, also zog sich Opa Grummel die Weihnachtsmann-Verkleidung wieder an und setzte sich auf den großen Sessel, bereit, dass die Jungen und Mädchen zu ihm hereinkamen. Er blickte in den Sack und holte ein oder zwei Spielzeugsachen heraus. Wozu waren die gut, diese modernen Spielzeugsachen mit Batterien drin? Warum konnten Kinder nicht einfach nur mit Äpfeln und Orangen spielen wie er, als er klein war, dachte er und legte sie in den Sack zurück. Im nächsten Augenblick kam ein kleines Mädchen mit ihrer Mutter in die Höhle. Sie war etwas schüchtern gegenüber dem Weihnachtsmann. Opa Grummel lächelte und fragte sie nach ihrem Namen. Das kleine Mädchen flüsterte: „Anna.“ „Und was wünschst du dir zu Weihnachten, Anna?“ fragte Opa Grummel. „Ich wünsche mir eine neue Puppe oder einen Teddybär“, sagte Anna. „Und wo wohnst du?“ Das kleine Mädchen sagte es dem Weihnachtsmann. „Nun, Anna, wenn du wirklich ein braves Mädchen bist, werde ich dir zur Bescherung eine bringen“, sagte Opa Grummel lächelnd. „Schau in meinen Sack und suche dir aus, welches Spielzeug du gerne mit nach Hause nehmen willst.“ Das kleine Mädchen nahm einen Farbkasten aus dem Sack, flüsterte: „Danke schön“ und winkte ihm zum Abschied. Opa Grummel lehnte sich in seinem Sessel zurück und war sehr mit sich zufrieden. Das hier würde einfach werden. Die Kinder glaubten wirklich, er sei der Weihnachtsmann, und er hatte das kleine Mädchen richtig glücklich gemacht. Er war bereit für das nächste Kind. Als nächstes kam ein kleiner Junge namens David in die Höhle. Er sagte dem Weihnachtsmann, dass er sich eine Eisenbahn zu Weihnachten wünschte, dann schaute er in den Spielzeugsack und holte ein Buch heraus. Er sagte: „Vielen Dank“, und nachdem er Opa Grummel mitgeteilt hatte, wo er wohnte, ging er sehr erfreut aus der Höhle. Opa Grummel bekam langsam Spaß. Er begann sogar, sich zu freuen, dass er am Ende damit einverstanden gewesen war, der Weihnachtsmann zu sein, bis es dem echten Weihnachtsmann wieder gut ging. Eine Zeit lang lief alles glatt. Die Kinder kamen mit ihrer Mutter in die Höhle und waren alle sehr artig. Überhaupt kein Problem. Opa Grummel lächelte, und als Oma Sorglos ihm eine Tasse Tee brachte, freute auch sie sich, dass Opa Grummel es geschafft hatte, mit dem Grummeln aufzuhören und wenigstens einmal Spaß zu haben. Aber oh weh, leider würde es nicht mehr viel länger dauern, dass Opa Grummel glücklich war, weil in der Schlange draußen ein Junge auf den Weihnachtsmann wartete, der auf der anderen Straßenseite gegenüber von Opa Grummel wohnte, er hieß Benjamin und war einer der ungezogensten kleinen Jungen, die man sich vorstellen kann. Opa Grummel schimpfte immer mit Benjamin, weil er ungezogene Dinge machte wie Regenrinnen mit Sand verstopfen und Pflanzen aus dem Boden reißen. Außerdem warf er immer Spinnen in Opa Grummels Briefkasten und malte sein ganzes Haus mit Kreide an. Opa Grummel hasste Benjamin, und Benjamin hasste Opa Grummel. Die Höhle hatte geschlossen, damit der Weihnachtsmann etwas essen konnte, und nachdem er gegessen hatte, begann Opa Grummel ein bisschen schläfrig zu werden. „Ich habe gerade noch Zeit für ein Nickerchen, bevor die Höhle wieder aufmacht“, dachte er. Er ließ sich wieder auf seinem Sessel nieder und fiel schon bald in tiefen Schlaf, dabei merkte er nicht, dass der Geschäftsführer schon wieder die Höhle geöffnet hatte und als nächstes Kind der böse Benjamin in die Höhle kam. Benjamin wollte nicht, dass seine Mutter ihn mit zum Weihnachtsmann nahm; er war alt genug, um alleine hinzugehen. Daher war seine Mutter Weihnachtseinkäufe erledigen gegangen, während Benjamin in der Schlange wartete. Er hatte schon lange gewartet, jetzt war er endlich an der Reihe, um den Weihnachtsmann zu sehen. Er ging in die Höhle, doch der Weihnachtsmann schlief noch und sein Bart war ihm vom Kinn gerutscht. Tja, sobald Benjamin den Weihnachtsmann sah, erkannte er sofort, dass es Opa Grummel in Verkleidung war. Das Warten hatte sich also gelohnt. Das war seine Chance, sich an Opa Grummel zu rächen. Er nahm seinen Kaugummi aus dem Mund und klebte ihn ganz vorsichtig auf Opa Grummels Kinn und über seinen Mund, wobei er darauf achtete, Opa Grummel nicht aus seinem tiefen Schlaf zu wecken, als er den Bart wieder auf seinem Gesicht festdrückte. Dann band er Opa Grummels Schnürsenkel zusammen. Da Benjamin so ein böser Bengel war, hatte er immer Stinkbomben in den Hosentaschen, so dass er immer, wenn er von etwas die Nase voll hatte, trotzdem Spaß haben konnte. Er griff in seine Tasche und holte zwei Stinkbomben heraus, die er in jede Manteltasche von Opa Grummel steckte. Er trat zurück und grinste. „Hm, was kann ich noch machen?“ dachte er. Er erblickte den Spielzeugsack neben Opa Grummel und wühlte ihn einmal durch. Puppen, Farben, Bücher, Lego. Benjamin hatte an nichts davon Interesse. Da entdeckte er eine riesige schwarze Laserkanone, die blinkte, laute Schussgeräusche machte und Funken versprühte. Benjamin zog sie aus dem Spielzeugsack und richtete sie geradewegs auf Opa Grummel, der immer noch fest schlief und nicht merkte, dass der böse Benjamin im Begriff war, ein großes Chaos in der Höhle anzurichten. Plötzlich wurde der ganze Frieden zerstört. Ein mächtiger Knall weckte ihn. Opa Grummel fühlte sich einen Augenblick lang geschüttelt und gerüttelt. Er hatte vergessen, wo er sich befand. Da erblickte er den bösen Benjamin. Direkt vor ihm, wie er die Laserkanone auf ihn abfeuerte. Und was meint ihr wohl, was Opa Grummel da machte? Genau, direkt versuchte er zu grummeln, doch da sein ganzer Mund mit Kaugummi verklebt war, bekam er kein Wort heraus. Benjamin lachte sich kaputt und rannte durch die Höhle, wobei er immer noch die Laserkanone auf Opa Grummel abfeuerte. Opa Grummel stand auf und versuchte, ihn zu fangen, doch oh weh, seine Schnürsenkel waren ja zusammengebunden und er fiel um und stieß den schönen Weihnachtsbaum um, der in der Ecke stand. Opa Grummel versuchte, ihn festzuhalten, doch er schaffte es nicht und lag schließlich mit dem Weihnachtsbaum auf ihm auf der Erde. Er zog an seinem Bart, um zu versuchen, ihn abzureißen, doch Benjamin hatte ihn so gut auf sein Gesicht geklebt, dass er ihn nicht abbekam. Opa Grummel wurde vollkommen wahnsinnig. Er konnte nicht schreien, weil sein Mund zugeklebt war. Er konnte nicht aufstehen, weil seine Füße zusammengebunden waren. Alles, was er tun konnte, war, auf der Erde zu liegen und mit Füßen und Händen auf den Boden zu hauen, bis jemand ihn hörte. Währenddessen hatte Benjamin großartigen Spaß. Er ging zu der Stelle, wo Opa Grummel auf der Erde lag, mit rotem Gesicht und vor Wut zitternd. „Lassen Sie mich Ihnen hochhelfen“, sagte er. Doch statt Opa Grummel auf die Beine zu helfen, beugte er sich über ihn und haute auf die beiden Taschen von Opa Grummels Mantel, damit die beiden Stinkbomben explodierten. Dann zog er Opa Grummels Bart ab. Er zog so fest, dass das darunter klebende Kaugummi die Haut von Opa Grummels Gesicht abzog. Opa Grummel schrie vor Schmerzen, und das Kaugummi, das ihm den Mund verklebte, ging ab. „Du kleiner Lümmel, wer hat dich hier reingelassen, warte, bis ich dich kriege, du bekommst von mir eine ordentliche Tracht Prügel!“ brüllte Opa Grummel und zitterte vor Wut. Oma Sorglos, die vor der Höhle gestanden hatte, hörte Opa Grummel rufen und stürzte herein. Was für einen Schrecken sie da bekam. Sie erblickte Opa Grummel auf der Erde mit dem Weihnachtsbaum auf ihm und vor Ärger rot angelaufenem Gesicht. Sie wusste, dass es nur eines gab, um ihn zu beruhigen, und das war, einen Eimer kaltes Wasser auf ihn zu schütten. Sie rannte nach draußen, um Wasser zu holen. Der Geschäftsführer hatte das Geschrei ebenfalls gehört und auch die ganzen Kinder, die auf den Weihnachtsmann warteten. Alle fragten sich, was da los war. Der Geschäftsführer sah Oma Sorglos aus der Höhle laufen. Was ging da bloß vor sich? Er beschloss, hineinzugehen und es herauszufinden. Doch als er die Höhle betrat, wurde ihm von einem grauenhaften Geruch nach faulen Eiern und Käsefüßen ganz übel. Die Stinkbomben in Opa Grummels Taschen waren jetzt explodiert, und der fürchterliche Gestank strömte nun langsam durch den Eingang der Höhle in das Geschäft, wo die ganzen Kinder warteten. Benjamin rannte aus der Höhle, als er plötzlich den Geschäftsführer erblickte und sich hinter einem der Weihnachtsbäume versteckte, wobei er sich unentwegt kaputtlachte. „Bringen Sie mich hier raus“, brüllte Opa Grummel den Geschäftsführer an. Der Geschäftsführer konnte kaum atmen, der Geruch war so grauenvoll, und Opa Grummel würgte und hustete. Was für ein Gestank. Mit seinem Taschentuch über Nase und Mund band er Opa Grummels Schnürsenkel auf und half ihm auf die Beine. „Was ist passiert?“ stammelte er. „Wo ist er?“ brüllte Opa Grummel. „Wartet nur, bis ich ihn in die Finger kriege“, und er schubste den Geschäftsführer aus dem Weg. Doch bevor er noch irgendetwas tun konnte, PLATSCH, war Oma Sorglos herbeigelaufen und schüttete einen Eimer kaltes Wasser auf ihn, um ihn zu beruhigen. Der arme Opa Grummel. Ihm war nicht nur schlecht und sein Gesicht blutete an der Stelle, wo der Bart ihm vom Gesicht gerissen worden war, sondern jetzt hatte Oma Sorglos ihn auch noch vollkommen durchnässt. „Du verrückte Oma, wofür sollte das gut sein?“ schimpfte er. „Weil du dich sonst zu sehr ärgerst und dann krank wirst“, sagte Oma Sorglos. „Ich fühle mich schon krank“, schrie Opa Grummel und raste nach draußen. Der Geschäftsführer kam wieder auf die Beine und folgte ihm hinaus, doch oh je, der furchtbare Gestank war jetzt überall, als Opa Grummel im Geschäft herumrannte, um den bösen Benjamin zu finden. Die Kinder, die auf den Weihnachtsmann gewartet hatten, fingen an zu weinen. Es machte ihnen Angst, den Weihnachtsmann vollkommen durchnässt herumrennen zu sehen, wobei er herumschrie und mit den Fäusten drohte wie ein Verrückter. Die ganzen Mütter eilten mit den Kindern aus dem Geschäft und warnten alle Leute vor einem Verrückten, der als Weihnachtsmann verkleidet war. Doch ein kleiner Junge beeilte sich nicht, aus dem Geschäft herauszukommen, und das war der ungezogene Benjamin. Er war noch immer hinter dem Weihnachtsbaum versteckt und genoss die ganze Aufregung, die er verursacht hatte. Er konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen. Der Anblick vom durchnässten Opa Grummel, der einen Anfall hatte, gehörte zum Lustigsten, was er jemals gesehen hatte. „Da bist du ja, Benjamin.“ Er blickte sich um, seine Mutter war ihn suchen gekommen, als sie den ganzen Aufruhr gehört hatte. „Egal, was hier vor sich geht, hab keine Angst, du brauchst dich nicht zu verstecken, der Weihnachtsmann hat nur einen schlechten Tag. Komm mit raus, hier stinkt es ja entsetzlich.“ Sie fasste Benjamins Hand und zog ihn hinter dem Weihnachtsbaum hervor. Oha, als Opa Grummel plötzlich Benjamin hinter dem Weihnachtsbaum hervorkommen sah, fing er an vor Wut zu zittern. Er schubste alle aus dem Weg und rannte wie ein wütender Bulle in seine Richtung, wobei er alle Weihnachtsbäume und Dekorationen umstieß, die ihm im Weg waren. „Du kleiner Satansbraten!“ brüllte er. „Komm her, ich gebe dir ein Weihnachtsgeschenk, das du nie mehr vergessen wirst.“ „Lassen Sie ihn in Ruhe, Sie Wahnsinniger!“ rief Benjamins Mutter. „Sie müssen eingesperrt werden.“ Sie fasste Benjamins Hand und drehte sich um, um fortzugehen. Doch Opa Grummel würde ihn nicht in Ruhe lassen. Oh nein, er war noch nicht fertig, bis er dem ungezogenen Benjamin eine ordentliche Tracht Prügel verpasst hatte. Er rannte ihnen nach, wild entschlossen, Benjamin nicht entwischen zu lassen. Alle im Geschäft sahen zu und rümpften die Nase, als der widerliche Geruch aus den Stinkbomben in Opa Grummels Taschen sich überall verbreitete. Benjamin und seine Mutter liefen die Rolltreppe hinunter, dicht gefolgt von Opa Grummel. „Haltet ihn von uns fern“, schrie Benjamins Mutter und verhaute Opa Grummel feste mit ihrem Regenschirm. Opa Grummel rutschte aus, fiel die Rolltreppe hinunter und landete mit dem Gesicht auf dem Boden. Oma Sorglos, die ihnen nachgerannt war, lief zu ihm, um ihm hochzuhelfen, doch bevor sie das konnte, kamen zwei Polizisten in das Geschäft gerannt und packten zu. „Lassen Sie mich los“, rief Opa Grummel, als die beiden Polizisten ihn durch das Geschäft und in den Polizeiwagen abführten, der draußen wartete. Als sich draußen eine Menschenmenge bildete, raste der Polizeiwagen davon und ließ Oma Sorglos ganz allein in Tränen aufgelöst zurück. „Oh je, was würde bloß jetzt mit Opa Grummel geschehen?“ Sie hatte doch nur ein bisschen zusätzliches Geld gewollt, um ein paar Geschenke zu besorgen, und jetzt sah es so aus, als ob Opa Grummel Weihnachten im Gefängnis eingesperrt sein würde. Sie ging zurück in das Geschäft; sie wusste nicht, was sie tun sollte. Doch der Geschäftsführer, der wirklich ein netter Mensch war, hatte Oma Sorglos weinen gesehen und hatte Mitleid mit ihr. Er ging zu ihr hinüber und sagte ihr, dass sie sich nicht den Kopf zerbrechen sollte, er würde ein Taxi rufen, damit sie nach Hause fahren konnte, und zu Oma Sorglos’ großer Freude drückte er ihr einen Stapel 10-€-Scheine in die Hand. Der Geschäftsführer sagte ihr, dass, obwohl die Verkleidung von Opa Grummel als Weihnachtsmann in einer Katastrophe geendet hatte, viel mehr Leute in das Geschäft gekommen waren, um zu sehen, was all der Trubel zu bedeuten hatte, und so hatte er viel mehr Waren verkauft und war mit seinem Verkauf an diesem Tag wirklich zufrieden. Doch er sagte Oma Sorglos auch, dass es am besten wäre, wenn Opa Grummel niemals wieder sein Geschäft betreten würde. Oma Sorglos sagte dem Geschäftsführer, dass sie ganz sicher wusste, dass Opa Grummel sowieso niemals mehr in das Geschäft zurückkommen würde. Sie steckte das Geld in ihre Handtasche und stieg ins Taxi. Sie zählte die 10-€-Scheine und war sehr zufrieden. Am Ende war es doch nicht allzu schlecht ausgegangen. Sie hatte genügend Geld, um die Weihnachtsgeschenke zu besorgen, die sie brauchte, und vielleicht hatte sie sogar dann noch genügend Geld übrig, um sich einen neuen Wintermantel zu kaufen. Trotzdem konnte sie nicht aufhören, sich Gedanken um Opa Grummel zu machen. Was würde jetzt bloß passieren? Würde er Weihnachten nach Hause kommen können oder würde er im Gefängnis eingesperrt bleiben? Doch sie hätte sich keine Gedanken machen müssen. Das Taxi brachte sie nach Hause, und als sie die Tür öffnete, wer saß da wohl im Sessel vor dem Fernseher? Genau, es war Opa Grummel. Die Polizisten hatten ihn nach Hause gebracht, weil er so stank, dass ihnen davon schlecht wurde und sie froh waren, ihn loszuwerden. Sie hatten von ihm verlangt zu versprechen, dass er nie mehr so tun würde, als sei er der Weihnachtsmann, sonst würde er ernste Probleme bekommen. Opa Grummel erklärte sich nur allzu gern damit einverstanden. Er wollte niemals mehr so tun, als sei er der Weihnachtsmann. Er war einfach nur froh, ein Bad zu nehmen und sich vor dem Fernseher zu entspannen. Oma Sorglos war sehr erfreut, ihn zu sehen, und als sie ihm zeigte, wie viel Geld der Geschäftsführer ihm bezahlt hatte, war auch Opa Grummel glücklich. Schon bald vergaß er den schrecklichen Tag und fing an, an das leckere Weihnachtsessen zu denken, das Oma Sorglos ihm versprochen hatte, wenn sie zusätzliches Geld bekommen würden. Und so ging alles gut aus. Oma Sorglos kaufte die Weihnachtsgeschenke, die sie brauchte, und kochte ein leckeres Weihnachtsessen gefolgt von Plumpudding. Das beste Essen, das sie seit Jahren gegessen hatten. Doch das beste Weihnachtsgeschenk von allen war, als der böse Benjamin an Weihnachten an die Tür klopfte und zu Opa Grummel sagte, dass ihm alles Leid tat und versprach, nie mehr etwas zu machen, um Opa Grummel zu ärgern. Opa Grummel lächelte und ließ sich wieder auf seinem Sessel vor dem Fernseher nieder. Er war richtig glücklich. Am Ende war es ja doch noch ein richtig schönes Weihnachtsfest geworden. |