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Opa Grummel im Urlaub
Opa Grummel und Oma Sorglos bereiten sich auf ihren Urlaub vor. Oma Sorglos war mit Kofferpacken beschäftigt und Opa Grummel machte, was Opa Grummel immer machte, nämlich grummeln. „Pack nicht noch mehr Kleider in den Koffer“, rief er Oma Sorglos zu, „sonst kann ich ihn nicht mehr hochheben“, doch Oma Sorglos achte nicht auf ihn. Sie hatte sich daran gewöhnt, dass Opa Grummel immer grummelte, und wusste, dass er als Nächstes grummeln würde, wie weit es zum Flughafen war. Und dann würde er grummeln, wie teuer der Urlaub war, und später, warum es unbedingt Spanien sein musste, weil es dort viel zu warm war und er nicht wusste, was die Leute sagten, weil sie in einer anderen Sprache sprachen. Und dann würde er über die Parkgebühren am Flughafen grummeln und immer weiter und weiter. Oma Sorglos hörte das nicht zum ersten Mal. Jedes Jahr grummelte er über immer mehr Dinge, bis es nichts mehr gab, worüber er vielleicht auch noch grummeln konnte.
„Ach, halt den Mund und hol dein Glöckchen aus dem Schlafzimmer“, sagte Oma Sorglos. „Ohne können wir nicht in Urlaub fahren.“ „Du verrückte Oma“, sagte Opa Grummel. „Ich brauche es nicht, ich will nicht, dass du im Urlaub kaltes Wasser über mich schüttest, ich lasse es hier.“ Und schon ging er nach draußen, um seine Pflanzen zu gießen. Oma Sorglos machte sich langsam Gedanken. Der Doktor hatte ihr gesagt, dass es für Opa Grummel sehr gefährlich war, sich zu sehr zu ärgern, weil er dadurch krank werden konnte und dann ins Krankenhaus musste. Oma Sorglos hatte einen Plan entwickelt, um zu verhindern, dass Opa Grummel zu ärgerlich wurde, und der bestand darin, ihm ein kleines Glöckchen um den Hals zu binden, damit es, wenn er sich wirklich ärgerte, klingelte und Oma Sorglos einen Eimer voll Wasser auf ihn schütten konnte, um ihn abzukühlen. Oma Sorglos ging nach oben und fand das Glöckchen, dann ging sie wieder nach unten und packte es in den Koffer. „So, alles fertig“, sagte sie zu sich selbst und machte den Kofferdeckel zu. Morgen würden sie in Urlaub fahren. Die Ausweise und die Flugtickets hatte sie auch, und alles war bereit. Sie freute sich richtig auf den Urlaub und hoffte einfach, dass Opa Grummel nicht zu viel grummeln würde und dadurch krank wurde. Am nächsten Morgen stand Oma Sorglos in aller Frühe auf, sie war schon ganz aufgeregt wegen des Urlaubs. Sie machte die Vorhänge auf, aber was für ein Schreck! In der Nacht hatte es geschneit, und alles war mit Schnee bedeckt. Der Schnee war so tief, dass das Auto, das in der Ausfahrt stand, zugeschneit war und aussah wie ein großer Schneeberg. Sie rief Opa Grummel zu, aufzustehen und das Auto vom Schnee zu befreien. Wenn sie nicht rechtzeitig zum Flughafen kamen, würden sie den Flug verpassen. Als Opa Grummel aufstand und sah, dass es geschneit hatte, was glaubt ihr wohl, was er da tat? Genau, er fing direkt an zu grummeln. „Es hat keinen Zweck zu grummeln, dadurch wird es auch nicht besser“, sagte Oma Sorglos. „Komm, beeil dich und befrei das Auto vom Schnee und schaufel die Ausfahrt frei, oder wir verpassen den Flug.“ Opa Grummel ging nach draußen und grummelte immer weiter. Er zog sich Gummistiefel an und holte einen Spaten aus der Hütte. Er schob den Schnee vom Auto und schaufelte den Schnee von der Ausfahrt weg. Dann war der endlich Schnee beseitigt, und er rief Oma Sorglos zu, die Koffer herauszubringen. Während Opa Grummel wartete, merkte er, wie ein Tropfen Wasser auf seiner Glatze landete. Er blickte nach oben, um zu sehen, woher es kam, und im nächsten Augenblick wurde er von einer Schneelawine getroffen, die vom Dach herunterfiel. Er fiel um, und der ganze Schnee fiel auf ihn. Er war komplett unter dem Schnee begraben. Inzwischen war Oma Sorglos mit den Koffern herausgekommen, um sie ins Auto zu packen, doch von Opa Grummel war keine Spur zu sehen. Wo war er bloß geblieben? Sie blickte sich suchend um. Was machte er denn nur? Plötzlich sah sie einen Haufen Schnee, der anfing sich zu bewegen, und Opa Grummels Glatze tauchte daraus hervor. Oma Sorglos sprang vor Schreck in die Luft. Oh je, Opa Grummel war so ärgerlich, dass sein Gesicht rot angelaufen war und sein Kopf dampfte, als der Schnee darauf schmolz. Er sah aus wie eine große rote Tomate kurz vorm Explodieren. Er versuchte, sich aus dem Schnee zu wühlen und rief Oma Sorglos zu, ihn herauszuziehen. Aber Oma Sorglos fürchtete, dass er zu ärgerlich werden könnte, deshalb rannte sie schnell ins Haus zurück, kam mit einem Eimer kaltes Wasser zurück und schüttete ihn über Opa Grummels Kopf. „Was soll das denn, du verrückte Oma, glaubst du nicht, dass ich nass genug bin?“ brüllte er. „Weil du dich zu sehr ärgerst und sonst noch krank wirst“, sagte Oma Sorglos. Der arme Opa Grummel, was für ein toller Urlaubsanfang. Da lag er und steckte im Schnee fest, und Oma Sorglos hatte gerade noch mehr Wasser auf ihn geschüttet, um ihn abzukühlen. Sie musste noch viel verrückter sein, als er gedacht hatte. „Zieh mich einfach raus“, schimpfte er ärgerlich. Oma Sorglos nahm seine Arme und zog so fest sie konnte. Sie zog und zog, und mit einem großen Ruck kam Opa Grummel schließlich wieder aus dem Schnee hervor. Er blickte hinunter. Oma Sorglos hatte ihn mit solcher Kraft herausgezogen, dass seine Gummistiefel und Socken abgegangen waren und noch immer unterm Schnee begraben lagen. Oma Sorglos fing an zu lachen. Opa Grummel sah so komisch aus, wie er mit seinem großen Mantel und seiner Hose da stand und unten seine nackten Füße hervorlugten. „Geh und zieh dir ein paar trockene Sachen an, ich hole sie aus dem Schnee“, sagte Oma Sorglos zu ihm. Opa Grummel machte sich davon, um sich umzuziehen, und fühlte sich noch grummeliger, weil Oma Sorglos ihn auslachte. Schließlich waren sie bereit zur Abfahrt. Beide waren froh, in Urlaub zu fahren und all den Schnee hinter sich zu lassen. Opa Grummel hatte aufgehört zu grummeln und fing sogar an, ein bisschen zu lächeln, doch sie konnten ja nicht ahnen, dass dies ein Urlaub werden würde, den sie nie vergessen würden. Sie waren nun schon einige Zeit unterwegs und waren schon fast in der Nähe des Flughafens. Opa Grummel fing wie üblich an zu grummeln, dass nicht genug Schilder da waren, um ihm den richtigen Weg zu weisen, und er machte, was er jedes Jahr machte, er bog in die falsche Richtung ab. Er begann wieder in die Richtung zu fahren, aus der sie gerade gekommen waren. „Du fährst falsch“, sagte Oma Sorglos. „Nein, tue ich nicht, hör auf mich zu nerven“, sagte Opa Grummel. Oma Sorglos wusste, dass er Unrecht hatte, deshalb versuchte sie es noch mal. „Das ist die falsche Richtung, du fährst wieder zurück nach Hause“, sagte sie zu ihm. Opa Grummel fing an, wieder ganz hitzköpfig und lustlos zu werden. „Ich kann mich nicht konzentrieren, wenn du so auf mich einredest, lass mich in Ruhe, ich weiß, was ich tue.“ Also hielt Oma Sorglos den Mund und wartete auf den Moment, wo Opa Grummel plötzlich merken würde, dass sie Recht hatte. Immer weiter fuhren sie die Straße zurück und immer weiter vom Flughafen weg. Plötzlich hielt er an, stieg aus und sprang vor Wut auf und ab. „Die Schilder sind falsch, sie haben uns in die falsche Richtung gelenkt, wir müssen wieder umdrehen. Was für ein blöder Flughafen, von hier werden wir nie mehr losfliegen.“ Oma Sorglos lächelte einfach. Sie wusste, dass Opa Grummel niemals zugeben würde, dass er Unrecht hatte, und immer die anderen beschuldigte. Opa Grummel stieg wieder ins Auto und fuhr zurück in die richtige Richtung zum Flughafen. Diesmal achtete er genau auf die Schilder, und schließlich stellten sie das Auto für eine Woche auf dem Parkplatz ab und machten sich auf den Weg zu den Eingangstüren des Flughafens, um ihr Gepäck abzugeben. Oma Sorglos war sehr erleichtert. „Gut, dass wir das hinter uns haben“, dachte sie. „Jetzt wird bestimmt nichts mehr schief gehen.“ Doch wie Unrecht sie hatte. Es würde noch viel mehr Ärger geben. Oma Sorglos und Opa Grummel machten sich auf den Weg zum Abflugschalter. Oma Sorglos hatte Ausweise und Flugtickets schon bereit und händigte sie der Dame am Schalter aus. Alles lief gut, bis Opa Grummel den Koffer hob, um ihn auf die Waage zu stellen. Direkt fing er an zu grummeln, weil der Koffer so schwer war, und als er ihn hochhob, sprang der Deckel auf, und die ganzen Anziehsachen fielen heraus. „Du verrückte Oma“, sagte er wütend zu Oma Sorglos, „warum hast du so viele Kleider eingepackt, ich habe dir doch gesagt, dass du das nicht solltest.“ Oma Sorglos beeilte sich, all die Anziehsachen einzusammeln, sie wollte nicht, dass alle Opa Grummels große Unterhosen und Oma Sorglos’ große Schlüpfer sahen. Opa Grummel wurde immer ärgerlicher und ärgerlicher, und als er das Glöckchen auf dem Boden liegen sah, das Oma Sorglos ihm um den Hals binden wollte, damit sie das Glöckchen klingeln hörte, wenn er zu ärgerlich wurde, fing er an vor Wut zu zittern. Er sprang auf das Glöckchen und zerbrach es und fing an, vor Wut die ganzen Anziehsachen durch die Gegend zu schießen. Als er die Anziehsachen wegschoss, flog eine von Opa Grummels großen Unterhosen durch die Luft und landete auf dem Kopf einer hochnäsigen Dame, die in der Schlange nebenan wartete. Das gefiel ihr gar nicht, denn jetzt war ihre schicke Frisur kaputt. Sie zog sich die Unterhose vom Kopf, hielt sie hoch, sah sie sich empört an und warf sie zurück auf Opa Grummel. Leider warf sie sie nicht ganz gerade, und als sie durch die Luft flog, riss sie einem Mann seine Perücke ab, der am Ende der Schlange wartete, um sein Gepäck abzugeben. Es war ein sehr großer Mann, der wie ein Ringer aussah und riesige Muskeln hatte. Er sah richtig böse aus. Oma Sorglos hatte ein bisschen Angst vor ihm und lief nervös hinüber, hob die Perücke auf und gab sie dem Mann zurück. Ohne seine lockige, rotbraune Perücke sah er ganz anders aus, denn unter der Perücke hatte er eine Glatze mit der Tätowierung ‚Ich liebe meine Mama’, und alle fingen an, ihn auszulachen. Er war richtig wütend, riss Oma Sorglos die Perücke aus der Hand, setzte sie sich wieder auf den Kopf und drohte Opa Grummel mit der Faust, der inzwischen einen fürchterlichen Aufstand machte. Oma Sorglos wusste, dass sie etwas tun musste, um ihn zu beruhigen. Sie griff in ihre Tasche und holte eine Wasserflasche hervor, die sie sich für das Flugzeug mitgebracht hatte. Schnell schüttete sie das ganze Wasser auf ihn. Platsch, das Wasser traf ihn im Gesicht, und seine Brille flog davon. „Du verrückte Oma, warum hast du das gemacht?“ brüllte er. „Weil du dich zu sehr ärgerst und dann krank wirst“, sagte Oma Sorglos. Sie hob seine Brille auf und reichte ihm ein Taschentuch, damit er sich das Gesicht abtrocknete. Hastig packten sie die Sachen in den Koffer, verschlossen ihn und ließen ihn wiegen. Er hatte nicht zu viel Gewicht und kam in den Lastwagen, der die Koffer zum Flugzeug brachte. „Wo ist meine Brille hin?“ frage Opa Grummel. „Ich weiß nicht, ich habe sie auf den Gepäckwagen gelegt, als du dir das Gesicht abgetrocknet hast“, sagte Oma Sorglos. „Welcher Gepäckwagen?“ fragte Opa Grummel. Oma Sorglos blickte sich um, doch der Gepäckwagen war weg. Oh je, wo war bloß Opa Grummels Brille? Er durfte sich auf keinen Fall mehr ärgern. Doch es war zu spät. Opa Grummel konnte den Mann sehen, der die ganzen Gepäckwagen in der Ferne zusammengeschoben hatte. Auf irgendeinem davon musste seine Brille sein. Bevor Oma Sorglos ihn davon abhalten konnte, lief er so schnell er konnte und rief dem Mann zu, ihm seine Brille zurückzubringen. Alle im Flughafen sahen zu und lachten. Seine Kleidung war klatschnass, weil Oma Sorglos Wasser auf ihn geschüttet hatte, und er konnte kaum sehen, wo er hinlief, weil er keine Brille mehr auf hatte. Ständig rempelte er beim Laufen andere Leute an. Der Mann mit den Gepäckwagen blieb stehen. Er wusste nicht, woher all die Aufregung und der Trubel kam. „Sie haben meine Brille“, rief Opa Grummel ihm zu. „Ich habe keine Brille gesehen“, sagte der Mann sehr überrascht. „Wovon reden Sie?“ Da kam Oma Sorglos angelaufen. Sie sah, dass Opa Grummels Brille mitten in den ganzen Gepäckwagen steckte. „Entschuldigen Sie“, sagte sie, „aber Opa Grummels Brille ist mitten zwischen den Gepäckwagen, würden Sie sie bitte für uns herausholen?“ Der Mann mit den Gepäckwagen war gar nicht erfreut und fing ebenfalls an zu grummeln. Doch Oma Sorglos machte das nichts aus, sie war ja an das Grummeln von Opa Grummel gewöhnt. Alles, was sie wollte, war, Opa Grummels Brille zurückzubekommen, ins Flugzeug zu steigen und in den Urlaub zu fliegen. Hier passierte ja eine Katastrophe nach der anderen. Sie war jetzt etwas beunruhigt, weil Opa Grummel sein Glöckchen kaputt gemacht hatte, das er immer hatte tragen müssen, damit er nicht zu ärgerlich wurde und ins Krankenhaus musste, deshalb musste sie wirklich versuchen, dass er für den Rest des Urlaubs ruhig blieb. Doch Oma Sorglos wusste, das würde sehr, sehr schwierig werden. Nach einer Menge Grummeln und Schieben und Ziehen der Gepäckwagen war Opa Grummels Brille endlich gefunden. Er setzte sie auf, doch sie war vollkommen verbogen und verdreht und rutschte Opa Grummel immer wieder von der Nase. „Keine Sorge“, sagte Oma Sorglos und versuchte, ihn ruhig zu halten, „du kannst doch deine Sonnenbrille tragen, wenn wir in Spanien sind, aber komm jetzt, wir müssen uns beeilen, oder wir verpassen das Flugzeug und kommen nicht hin.“ Opa Grummel hatte sich jetzt wieder beruhigt. Er steckte die Brille in seine Tasche, und beide machten sich zusammen auf den Weg zum Flugsteig, um ins Flugzeug zu gehen. Sie stiegen die Stufen zum Flugzeug hinauf und gingen zu ihren Sitzen. Oma Sorglos setzte sich ans Fenster, und Opa Grummel setzte sich neben sie. Auch die anderen Plätze füllten sich schnell, schon bald würden sie unterwegs sein. Schließlich war jeder Platz besetzt, nur noch einer war leer. Und zwar der neben Opa Grummel. „Bald sind wir unterwegs“, sagte Oma Sorglos und wurde langsam ganz aufgeregt. „Nur noch der Platz neben dir, dann ist das Flugzeug voll.“ Plötzlich gab es einen großen Trubel, als der große Muskelmann mit der rotbraunen Perücke eilig die Stufen hinauflief, um ins Flugzeug zu gelangen. Er war so groß, dass er ziemliche Schwierigkeiten hatte, durch den Mittelgang des Flugzeugs zu kommen. Eigentlich brauchte er zwei Plätze, aber es gab ja nur noch einen Platz, und das war der neben Opa Grummel. Nun, der große Muskelmann hatte auch versucht, sich auf den Platz zu setzen, aber er passte einfach nicht drauf. Er musste erst die Lehne zwischen sich und Opa Grummel hochklappen, bevor er sich hinsetzen konnte. Mit einer Hälfte saß er auf seinem Platz, mit der anderen auf Opa Grummels Beinen. Der arme Opa Grummel. Jetzt war er zwischen Oma Sorglos und dem großen Muskelmann eingequetscht. Ganz sicher würde er nicht zulassen, dass jemand auf dem ganzen Weg bis nach Spanien auf ihm saß, und direkt fing er an zu grummeln. Er schimpfte den großen Muskelmann an, von ihm runterzugehen, doch es nützte nichts, der große Muskelmann konnte sich nicht bewegen, er klemmte einfach im Sitz fest. Opa Grummel versuchte, ihn wegzuschubsen, doch er war nicht stark genug, und der große Muskelmann lachte ihn unentwegt aus. Jetzt konnte er sich endlich dafür rächen, dass ihm am Flughafen die Perücke weggeflogen war. Opa Grummel rief der Stewardess zu: „Geben Sie mir einen anderen Platz, ich fühle mich hier wie eine eingequetschte Sardine, so müssen sich Sardinen fühlen, wenn sie in eine Büchse gequetscht sind.“ Aber es gab ja keine anderen Plätze mehr, deshalb konnte Opa Grummel nicht versetzt werden. Er wurde immer ärgerlicher und ärgerlicher, brüllte so laut er konnte, und Oma Sorglos fing wieder an sich Gedanken zu machen, weil sie wusste, dass er so vielleicht krank wurde. Alle Leute im Flugzeug riefen Opa Grummel zu, den Mund zu halten, sie hatten alle keine Lust mehr, darauf zu warten, dass endlich das Flugzeug abflog. Aber Opa Grummel hatte nicht vor, den Mund zu halten. Keiner würde ihn daran hindern, den Mund zu halten. Er würde nicht eher Ruhe geben, bis nicht irgendetwas wegen dem großen Muskelmann neben ihm unternommen wurde. Schließlich kam der Pilot, der darauf gewartet hatte, dass alle sich hinsetzen, aus dem Cockpit. Er war richtig streng und sagte zu Opa Grummel, dass er, wenn er nicht mit dem Unsinn aufhören würde, aus dem Flugzeug verwiesen würde und seinen Urlaub verpassen würde. Opa Grummel beruhigte sich langsam wieder. Er wollte nicht seinen Urlaub verpassen und schlief schließlich ein. Doch er hatte noch nicht lange geschlafen, als er plötzlich von dem großen Muskelmann geweckt wurde, der nieste und hustete. Er nieste so sehr, dass Opa Grummel langsam ganz nass wurde. Der große Muskelmann konnte gar nicht mehr aufhören zu niesen, und jedes Mal, wenn er nieste, bekam der arme Opa Grummel alles ins Gesicht gesprüht. Opa Grummel fing wieder an ärgerlich zu werden. Er rief der Stewardess zu: „Schaffen Sie mir diesen Irren vom Hals, er verbreitet hier seine ganzen Bazillen, ich will auf einen anderen Platz verlegt werden.“ Doch die Stewardess schüttelte den Kopf und sagte: „Es tut mir Leid, Herr Grummel, aber es gibt keine freien Plätze mehr, Sie müssen sich leider damit abfinden.“ Opa Grummel wurde noch ärgerlicher, und sein Gesicht lief rot an. „ Ich heiße nicht Herr Grummel, Sie freches junges Ding, ich will mit jemandem sprechen, der hier etwas zu sagen hat.“ Die Stewardess drehte sich um, ging durch das Flugzeug und betrat das Cockpit. Der Kopilot blickte sich um, als sie hereinkam. „Ich habe immer noch Probleme mit diesem grummeligen alten Herrn, er beschwert sich immer noch und hält einfach nicht den Mund.“ Der Kopilot stand auf und ging den Mittelgang des Flugzeugs hindurch. Er hörte, wie Opa Grummel brüllte und mit den Füßen trampelte. Als er bei Opa Grummel angekommen war, wollte der Kopilot sich nicht mehr zum Narren halten lassen. Er hatte genug von all den Beschwerden und beschloss, ihm ein für alle Mal zum Schweigen zu bringen. „Hören Sie, Herr Grummel, wir haben jetzt genug von Ihrer Grummelei, und wenn wir noch ein Grummeln hören, werde ich Ihnen diesen Fallschirm auf den Rücken schnallen und weg sind Sie, also halten Sie den Mund“, und er knurrte Opa Grummel böse an. „Das können Sie gar nicht, ich kenne meine Rechte“, rief Opa Grummel. Doch all die anderen Leute im Flugzeug, die es satt hatten, ihn herummäkeln zu hören, riefen: „Oh doch, das kann er, und wir werden ihm dabei helfen.“ Der Kopilot ging zurück ins Cockpit, schloss die Tür und lächelte. „Das hat ihn zum Schweigen gebracht“, dachte er. Opa Grummel wurde nun sehr still. Der Kopilot hatte ihn mit seiner Drohung, ihm einen Fallschirm auf den Rücken zu schnallen und aus dem Flugzeug zu werfen, wirklich einen Schrecken eingejagt. Oma Sorglos blickte ihn an. „Gott sei Dank, vielleicht ist jetzt endlich Ruhe.“ Opa Grummel hielt ein Taschentuch vor sein Gesicht, um nicht ständig vollgeniest zu werden, und nach einer Weile schlief der große Muskelmann ein. Opa Grummel musste auf Toilette, beschloss aber, lieber zu warten, bis der große Muskelmann aufwachte, weil er ja nicht an ihm vorbeikam. Nach einer Weile wachte der große Muskelmann auf und versuchte, aus seinem Sitz aufzustehen, um auf Toilette zu gehen. Er rief zu der Stewardess hinüber, ihm aus seinem Sitz zu helfen, weil er es selbst nicht heraus schaffte. Die Stewardess zog und zog, und Opa Grummel schob und schob, dann kam der große Muskelmann endlich aus seinem Sitz hoch. Das war Opa Grummels Chance. Er stand auf und folgte dem großen Muskelmann zur Toilette. Der große Muskelmann ging auf die Toilette, und Opa Grummel wartete. Er bemerkte, dass noch andere Leute warteten, um auf die Toilette zu gehen, und war fest entschlossen, vor ihnen dranzukommen. Er konnte einfach nicht noch länger warten. Der große Muskelmann war nun schon lange auf der Toilette, und Opa Grummel wurde wieder sehr ärgerlich. Was machte er bloß die ganze Zeit dort drinnen? Er fing an, gegen die Toilettentür zu hauen. „Machen Sie voran, Sie waren jetzt lange genug dort drinnen.“ Schließlich ging die Tür auf, und Opa Grummel rannte so schnell er konnte hinein, damit kein anderer vor ihm drankam. Er schlug die Toilettentür mit solcher Wucht zu, dass die Türklinke abbrach, und als er versuchte, wieder herauszukommen, ging die Tür nicht mehr auf. „Lasst mich raus“, fing er an zu rufen. Doch niemand achtete auf ihn. „Lasst mich raus, lasst mich raus“, und er fing an, gegen die Tür zu treten. Doch noch immer achtete niemand auf ihn. Alle freuten sich, dass er auf der Toilette eingesperrt und aus dem Weg war. Nach einer Weile machte Oma Sorglos sich Gedanken, weil Opa Grummel nicht wieder an seinen Platz zurückgekehrt war, und stand auf, um nach ihm zu suchen. Als sie sich der Toilette näherte, hörte sie ihn rufen und gegen die Toilettentür treten. Sie versuchte, die Tür zu öffnen, aber ohne die Türklinke ging es einfach nicht. Sie rief Opa Grummel zu, dass sie die Stewardess holen würde. Die Stewardess kam und versuchte es ebenfalls, doch es nützte nichts, auch sie konnte die Tür nicht öffnen. Sie rief Opa Grummel zu, dass er einfach in der Toilette bleiben musste, bis das Flugzeug gelandet war, dann würden sie einen Schreiner rufen, um die Tür abzumontieren. Opa Grummel freute das gar nicht. Ihm wurde langsam schlecht, weil ihm so heiß war und er so schwitzte. Noch nicht einmal ein Fenster konnte er öffnen. Irgendwie musste er sich abkühlen, also zog er sich sein Hemd und seine Hose aus. Doch ihm war immer noch zu heiß, deshalb zog er sich auch noch seine restlichen Sachen aus. Er grummelte und grummelte, bis er kein Grummeln mehr übrig hatte. Er setzte sich auf den Boden fing an einzuschlafen. Das nächste, an was er sich erinnern konnte, war, dass die Tür plötzlich aufbrach und ein Schreiner mit seinem Werkzeugkasten erschien. Er war sehr erstaunt, Opa Grummel ohne seine Anziehsachen dasitzen zu sehen, und fing an, ihn auszulachen. Eilig zog Opa Grummel sie sich wieder an, hastete an ihm vorbei und war überglücklich, wieder aus der Toilette heraus zu sein. Das Flugzeug war jetzt gelandet, und sie waren in Spanien. Endlich war die fürchterliche Reise vorbei. Alle eilten an Opa Grummel und Oma Sorglos vorbei, um aus dem Flugzeug zu kommen und ihre Koffer abzuholen. Opa Grummel war noch immer sehr aufgebracht, so lange auf der Toilette eingesperrt gewesen zu sein, doch als er sah, wie schön die Sonne schien, setzte er seine Sonnenbrille auf und fühlte sich langsam wieder besser. Sie holten ihre Koffer ab, und Opa Grummel legte sie auf einen Gepäckwagen, dann blickten sie sich um, um den Ausgang zu suchen, durch den sie mussten, um zu dem Bus zu gelangen, der sie zu ihrem Hotel bringen würde. „Da lang“, sagte Oma Sorglos. Sie sah, wie all die anderen Leute mit ihren Koffern durch die große Doppeltür auf der anderen Seite des Flughafens gingen. „Nein, das ist die falsche Richtung“, sagte Opa Grummel. „Es geht hier lang“, und bevor Oma Sorglos ihn aufhalten konnte, lief er mit den Koffern auf dem Gepäckwagen den anderen Weg entlang. Oma Sorglos rannte ihm nach und rief, dass er zurückkommen sollte. Sie wusste, dass er sich irrte, aber er hörte einfach nicht auf sie. „Da drüben, der Bus ist da drüben“, rief er. Oma Sorglos wusste, dass der Bus hinter der Doppeltür wartete, sie hatte ja gesehen, wie alle eingestiegen waren. „Komm zurück, er ist hier“, rief Oma Sorglos. „Wir verpassen den Bus!“ Doch es nützte nichts. Opa Grummel rannte so schnell er konnte. Sie sah seine Glatze in der Sonne glänzen und seine kurzen Beinchen immer schneller und schneller den Hügel mit den Koffern hinunterflitzen. Sie konnte ihn einfach nicht aufhalten. Sie sah zu, wie er immer weiter und weiter den Hügel hinunterrannte, der in das Parkhaus unterhalb des Flughafens führte. Da beschloss sie, alleine in den Bus zu steigen. Sie wusste, dass Opa Grummel bald merken würde, dass er wieder Unrecht hatte, dann musste er den Gepäckwagen wieder den Hügel hoch schieben und den richtigen Ausgang finden. Und so machte sich Oma Sorglos auf den Weg zum Bus, stieg ein und wartete auf Opa Grummel. Der rannte immer noch so schnell er konnte mit dem Gepäckwagen den Hügel hinunter. Er hatte noch immer nicht gemerkt, dass er in die falsche Richtung lief. Als er weiter den Hügel hinunterkam, hielt er an und sah sich nach Oma Sorglos um. Er konnte sie nirgends erblicken, und plötzlich dämmerte es ihm, dass hier auch sonst niemand mit Koffern zu sehen war. Nur er ganz allein. Er nahm die Sonnenbrille ab und versuchte, die Schilder zu lesen, doch sie waren alle auf Spanisch, und er verstand sie nicht. „Ach, wenn ich weiterlaufe, werde ich schon zum Bus kommen“, dachte er und schob den Gepäckwagen immer weiter und weiter den Hügel hinunter, bis er nicht mehr weiter konnte. Er ging durch zwei große Türen, die sich sofort wieder hinter ihm schlossen, und befand sich im unterirdischen Parkhaus. Er blickte sich um. Was sollte er jetzt tun? Er versuchte, durch die Türen zurückzugehen, doch die hatten sich hinter ihm verschlossen. Opa Grummel fing an, ärgerlich zu werden. Er haute auf die Türen und brüllte. Auf der anderen Seite sah er einen Wachmann, der auf die Tür zuging. Der Wachmann öffnete die Tür und bat Opa Grummel um seinen Ausweis, doch den hatte er nicht dabei. Oma Sorglos hatte ihn in ihre Handtasche gesteckt. Der Wachmann schüttelte den Kopf und schloss die Tür wieder. Der arme Opa Grummel, jetzt saß er in der Tinte. Er konnte noch nicht einmal den Weg zurückgehen, den er gekommen war, weil ihn der Wachmann ohne seinen Ausweis nicht durch die Türen lassen würde. Er wurde immer ärgerlicher und ärgerlicher. Wieder brüllte er den Wachmann an, doch der Wachmann ging einfach davon. Er konnte nichts tun. Er befand sich auf dem Grund des Flughafengebäudes im Parkhaus und würde nun sicher den Bus ins Hotel verpassen. Während er dastand und überlegte, was er tun sollte, erblickte er plötzlich ein paar Leute, die ihr Auto abstellten und auf etwas zu gingen, das aussah wie ein Aufzug. Genau, das konnte er machen, mit dem Aufzug wieder nach oben fahren. Schnell folgte er ihnen in den Aufzug. Dieses Mal hatte er Glück. Die Leute im Aufzug wollte auch in einen Bus steigen, also wusste er, dass er auf dem richtigen Weg war. Der Aufzug hielt an, und die anderen Leute stiegen aus. Opa Grummel folgte ihnen und schob den Gepäckwagen so schnell er konnte. Er war sich sicher, dass er, wenn er sich nur beeilte, noch rechtzeitig am Bus ankommen würde, ansonsten würde er ein Taxi zum Hotel nehmen müssen. Doch oh je, was glaubt ihr wohl, gerade, als Opa Grummel um die Ecke bog, um in den Bus zu steigen, sah er, wie der Bus abfuhr. Winkend und brüllend rannte er neben dem Bus her, doch es nützte nichts, er war zu spät, und zu allem Überfluss sah er auch noch Oma Sorglos an einem Fenster sitzen und ihm zuwinken. Jetzt wurde Opa Grummel aber fuchsteufelswild und fing an, vor Wut zu zittern. Er trat den Gepäckwagen um und sprang auf den Koffern hoch und runter. Sein Gesicht und sein Kopf waren so rot wie rote Rüben, und er wurde immer ärgerlicher und ärgerlicher. Normalerweise hätte Oma Sorglos jetzt einen Eimer Wasser über ihn geschüttet, um ihn abzukühlen, doch sie war ja nicht da. Oh nein, Oma Sorglos saß im Bus und genoss endlich einmal den Frieden und die Ruhe, ohne Opa Grummel ständig grummeln zu hören. Zu Opa Grummels Glück aber, oder vielleicht eher zu seinem Unglück, hatten zwei Sanitäter, die neben einem Krankenwagen standen, mitbekommen, wie Opa Grummel einen Anfall bekam, und dachten, er hätte einen Herzinfarkt. Eilig liefen sie mit einer Trage hinüber. Einer packte ihn und hielt seine Arme fest, während der andere ihn auf die Trage schnallte und mit Mund-zu-Mund-Beatmung anfing. Der arme Opa Grummel. Er versuchte, ihnen zu erklären, dass er doch nur den Bus zum Hotel verpasst hatte, aber er war ja in Spanien, und sie verstanden nicht, was er sagte. Sie trugen ihn in den Krankenwagen und fuhren ihn mit Höchstgeschwindigkeit ins Krankenhaus. Inzwischen war Oma Sorglos im Hotel angekommen und wartete darauf, dass Opa Grummel mit den Koffern im Taxi ankam, doch er war ja jetzt ohne ihr Wissen im Krankenhaus. Die Ärzte machten sich große Sorgen um Opa Grummel und hatten ihn in ein eigenes Zimmer gebracht, während sie Untersuchungen machten, um herauszufinden, was ihm fehlte. Immer wieder versuchte Opa Grummel ihnen zu erklären, dass es ihm gut ging, aber er war so ärgerlich, dass er kaum sprechen konnte, und niemand konnte ihn verstehen. Je mehr er versuchte, sich verständlich zu machen, desto ärgerlicher wurde er und machte sich damit wirklich sehr krank. Oma Sorglos hatte jetzt schon sehr lange Zeit auf ihn gewartet. Langsam fragte sie sich, was wohl passiert sein konnte, dass Opa Grummel so lange brauchte, um mit dem Taxi herzukommen. Sie beschloss, beim Flughafen anzurufen, um herauszufinden, ob Opa Grummel immer noch dort war. Als ihr gesagt wurde, dass Opa Grummel krank war und in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, bestellte sie ein Taxi, um ihn abzuholen. Aber oh je, als sie im Krankenhaus ankam, sagte man ihr, dass er sich selbst so krank gemacht hatte, dass er noch ein paar Tage länger bleiben musste, bis er sich wieder beherrschen konnte, sonst würde er wieder sehr krank werden. Oma Sorglos nahm die Koffer mit zurück ins Hotel. Opa Grummel tat ihr Leid, aber sie wusste, dass es nichts nützte, wenn er das Krankenhaus verließ, wenn er noch nicht wieder gesund war. Er hatte sich selbst so krank gemacht, dass er nicht einfach das Krankenhaus verlassen und Urlaub machen konnte. Oma Sorglos rief jeden Tag im Krankenhaus an, um zu erfahren, ob es Opa Grummel besser ging, doch jeden Tag wurde ihr gesagt, dass es ihm noch nicht gut genug ging, um wieder raus zu dürfen. Oma Sorglos hatte einen wunderbaren Urlaub. Sie saß in der Sonne am Strand. Sie ging im Meer schwimmen. Sie las ihre Bücher und schlürfte Sangria. Und was das Beste war, es war kein grummelnder Opa Grummel da. So einen friedlichen Urlaub hatte sie noch nie gehabt. Am allerletzten Tag des Urlaubs wurde ihr gesagt, dass es Opa Grummel jetzt viel besser ging und gut genug, um zurück nach Hause zu reisen. Oma Sorglos packte den Koffer und fuhr vom Hotel ab, um Opa Grummel abzuholen. Als sie am Krankenhaus ankam, saß Opa Grummel schon da und wartete auf sie. Er grummelte überhaupt nicht mehr und sah sehr erfreut aus, sie zu sehen. Die Ärzte hatten ihm eine Menge Spritzen und Tabletten gegeben, um ihn zu beruhigen, und beide machten sich auf den Rückweg zum Flughafen, um zurück nach Hause zu fliegen. Was für einen wundervollen Urlaub Oma Sorglos gehabt hatte! Opa Grummel dagegen hatte eine schreckliche Zeit gehabt. Die ganze Woche war er im Krankenhaus eingesperrt gewesen, mit Ärzten, die Nadeln in ihn stachen und ihn zwangen, fürchterliche Tablette zu schlucken. Beide stiegen ins Flugzeug und setzten sich abflugbereit auf ihre Plätze, und dieses Mal war Opa Grummel so leise wie eine Maus und grummelte nicht ein einziges Mal. Aber irgendwie glaube ich, dass er bestimmt bald wieder mit dem Grummeln anfängt. Was meint ihr? |