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Alex und die Felsenzwerge Alex hatte Langweile. Es waren Sommerferien, und er wohnte bei seiner Oma, weil seine Eltern für ein paar Tage weggefahren waren. Er war gern bei seiner Oma, aber langsam vermisste er seine Freunde. „Warum gehst du nicht ins Wellental?“ fragte seine Oma. „Dort findest du bestimmt jemanden zum Spielen.“ Alex sprang schnell vom Stuhl auf, wo er gerade ein Buch gelesen hatte. „Ja, das ist eine gute Idee“, sagte er. „Ich nehme meinen Fußball mit.“ Und schon war er unterwegs. Das Wellental war ein großes, hügeliges Gebiet mit unebenem Gelände, das von seiner Oma aus direkt hinter den Feldern lag. Es spielten immer sehr viele Kinder dort. Außerdem gab es dort einen großen Fußballplatz und einen Spielplatz mit Schaukeln, Rutschen und Karussells. Das beste von allem aber waren die vielen Felsen weiter hinten am anderen Ende, auf denen alle Kinder gerne spielten. Der größte Felsen sah aus wie ein großes Schiff, und die Kinder liebten es, hinaufzuklettern, sich ganz auf die Spitze zu stellen, hinunterzuschauen und so zu tun, als segelten sie auf dem Meer. Alex spielte sehr gerne auf diesem besonderen Felsen, und als er in das Wellental kam, beschloss er, zuerst auf dem Felsen zu spielen, bevor er zum Fußballplatz gehen würde. Mit seinem Fußball unterm Arm ging er zum Felsen hinüber. Als er anfing, darauf zu klettern, rutschte ihm der Fußball vom Arm und rollte unter den Felsen. Alex kletterte wieder nach unten, um ihn zu holen. Er sah, dass der Ball in einer Ecke zwischen dem Felsen und einem Strauch Brennnesseln eingeklemmt war. Er musste aufpassen, sonst würde er sich verbrennen. Er legte sich auf die Erde und versuchte, an den Ball zu kommen. Er war kurz davor, ihn zu berühren, als plötzlich die Erde unter ihm nachgab und er in ein riesiges Loch fiel. Er sah den Ball vor ihm immer schneller und schneller wegrollen, und Alex fiel immer tiefer und tiefer in das Loch. Dann kam er mit einem Plumps unten an, und es ging nicht mehr weiter. Er hatte sich nicht weh getan und sprang rasch auf die Füße. Er sah, wie das Licht durch das Loch herab schien, das er heruntergefallen war, und wollte gerade wieder hinausklettern, als ihm etwas auffiel.
Vor ihm befand sich ein riesiger freier Platz, der dieselbe Form hatte wie der Felsen über ihm. Als er sich den schmalen, spitz zulaufenden Teil des Platzes genauer ansah, erblickte er etwas, das aussah wie ordentlich aufgereihte Zigarettenschachteln und winzig kleine Tische aus Zuckerstangen mit Eichelhülsen darauf. In einem anderen Teil lagen alte Zeitungen auf der Erde und Orangenhälften, die aber leer waren. Es standen alte Dosen herum, aber als Alex hinüber ging, um sie sich anzuschauen, waren sie alle mit Wasser gefüllt. Alte Flaschen, alte Schuhe, zerrissene Hundeleinen, Schnurstücke, Plastiklöffel und alte Plastikschalen, Federn, Blätter, Stöcke, alle möglichen Sachen waren auf der anderen Seite aufgestapelt.
Als Alex dastand und sich alle diese Dinge anschaute, hörte er plötzlich ein Geräusch. Er stand ganz still und wartete. Was war das bloß? Da, direkt vor ihm, gingen drei kleine Zwerge vorbei. Ja, Zwerge. Sie waren so winzig, dass er ganz genau hinsehen musste, um sich ganz sicher zu sein. Aber er sah richtig. Die Zwerge waren so klein wie Alex’ Finger und waren in Blätter gekleidet. Die Zwerge hatten Alex nicht gesehen. Er stand ganz still da und beobachtete sie. Sie gingen zu den winzigen Tischen hinüber, nahmen sich die Eichelhülsen und gingen damit zu den Blechbüchsen. Dann tauchten sie die Eichelhülsen in das Wasser und tranken daraus. Alex hörte sie miteinander sprechen, verstand aber nicht, was sie sagten. Ihre Stimmen hörten sich an wie kleine quiekende Mäuse. Sie gingen zu den kleinen Tischen hinüber und setzten sich auf kleine Steine davor. Während Alex ihnen zuschaute, kamen noch drei weitere Zwerge herein und verschwanden in den Zigarettenschachteln. Alex sah, wie nur noch ihre winzigen Köpfe oben herauskamen, sie waren schlafen gegangen. Und es kamen noch mehr Zwerge, die eine alte Pommes-Frites-Tüte trugen. Die Zwerge an den Tischen sprangen auf und liefen hinüber, um ihnen zu helfen. Jetzt waren ungefähr zehn Zwerge dabei, an der alten Pommes-Frites-Tüte zu ziehen. Dann endlich hatten sie es geschafft, das Papier aufzureißen, und alle fingen an, die alten Pommes Frites zu essen. Sie sahen sehr hungrig aus. „Deshalb riecht es hier so komisch“, dachte Alex. Während er alles beobachtete, kamen noch mehr Zwerge. Einige saßen an den Tischen, andere in den halben Orangenschalen, und wieder andere kletterten in die alten, mit Wasser gefüllten Blechbüchsen und wuschen sich. Andere fingen an, noch mehr Zeitungen als Teppich auf den Boden zu legen. Die Höhle war jetzt voll mit Hunderten von Zwergen, die alle so mit Reden und Lachen beschäftigt waren, dass niemand Alex bemerkt hatte.
Alex wusste nicht, was er tun sollte. Er konnte nicht mehr viel länger dort stehen bleiben, er musste wieder aus der Höhle heraus, aber er wollte dabei keine Geräusche machen, sonst würde er sie ja erschrecken. Gerade, als er sich fragte, was er tun sollte, hörte er ein Geräusch über sich und sprang vor Schreck auf. Er blickte nach oben und sah eine große schwarze Katze ganz langsam den Tunnel herunterschleichen, durch den er gefallen war. Bevor er noch irgendetwas tun konnte, rannte die schwarze Katze auch schon in die Höhle und stürzte sich auf die Zwerge. Sie versuchten, wegzulaufen und sich zu verstecken, doch die Katze war viel größer und schneller und hatte schon bald gleich drei Zwerge auf einmal gefangen. Die Katze wollte sie gerade fressen, als Alex einen der Stöcke nahm, die auf dem Boden lagen, und die Katze so fest er konnte damit verhaute. Die Katze ließ die Zwerge fallen und rannte zurück durch den Tunnel.
Alex blickte auf die Zwerge herab, die alle herumrannten und versuchten, sich zu verstecken. Sie hatten alle große Angst. Sie glaubten, dass Alex ihnen etwas tun würde. Alex kniete sich hin, damit er sie besser sehen konnte. „Ich will euch nichts tun“, sagte er ihnen. „Ich bin durch die Erde gefallen, als ich versucht habe, an meinen Fußball zu kommen. Seht, hier ist er“, und er zeigte auf seinen Fußball, der in der Ecke lag. Er ging hinüber und hob ihn auf, winkte ihnen zum Abschied zu und machte sich auf den Weg zurück aus dem Tunnel. Als er weglief, hörte die kleinen quiekenden Stimmen der Zwerge. Er drehte sich wieder um und sagte: „Die Katze wird nicht wieder zu euch hereinkommen, weil ich einen großen Stein auf das Erdloch legen werde, und morgen bringe ich euch viele schöne Sachen zu essen mit.“
Alex kletterte zurück aus dem Tunnel. Er sah die große schwarze Katze auf dem Felsen sitzen und darauf warten, wieder das Loch hinunterzuschleichen. Alex ging zu ihr hinüber und verjagte sie. Dann sah er sich nach einem großen Stein um. Ja, er entdeckte einen, der den Eingang des Tunnels bedecken würde. Er musste dafür sorgen, dass niemand den Tunnel hinunterlaufen konnte, um die Zwerge zu fressen. Er rollte und rollte den großen Stein. Er war richtig schwer, aber schließlich schaffte er es, das Loch damit zu versperren. Dann hob er seinen Fußball auf und rannte zurück zu seiner Oma. Er hatte gerade keine Lust mehr auf Fußball. Er konnte nicht mehr aufhören, an die Zwerge zu denken, die unter dem Felsen lebten. Wie viele waren noch dort? Wie lange lebten sie schon dort unten? Woher waren sie gekommen, und was machten sie dort? Morgen musste er zurück und es herausfinden.
Am nächsten Tag fragte Alex seine Oma, ob er ein paar belegte Brote mitnehmen und im Wellental ein Picknick machen könnte. „Aber natürlich“, sagte seine Oma. Sie packte ihm eine Brotdose mit vielen leckeren Sachen und einem Orangensaft, und Alex machte sich wieder auf den Weg zum großen Felsen. Er würde sein Essen mit den Zwergen teilen und versuchen, mehr über sie herauszufinden.
Als er an dem großen Felsen ankam, sah er ein paar Kinder darauf spielen, die so taten, als seien sie auf einem Schiff. Alex wurde langsam ganz aufgeregt. Er war der Einzige, der wusste, dass Zwerge unter dem Felsen lebten, und hoffte, dass sie Freunde werden würden. Er setzte sich auf den Hügel und wartete darauf, dass die Kinder weggingen. Dann rollte er schnell wie der Blitz, bevor jemand ihn sehen konnte, den großen Stein weg, der den Tunnel verbarg, und kletterte wieder den Tunnel hinunter. Er kletterte immer weiter und weiter in die Höhle, bis er die Zwerge alle wieder erblickte. Als sie ihn sahen, standen sie ganz still. Alex merkte, dass sie noch immer große Angst vor ihm hatten. Er ging an die Stelle, wo die ganzen Zeitungen auf dem Boden lagen. Dann setzte er sich hin und öffnete seine Brotdose. Er winkte den Zwergen zu und rief sie zu sich herüber. „Habt keine Angst“, sagte er. „Ich habe euch etwas Leckeres zu essen mitgebracht.“ Die Zwerge kamen näher an die Stelle, wo Alex saß. „Hier, ich habe schöne belegte Brote und Tomaten, kommt und probiert mal“, sagte er zu ihnen. Die Zwerge kamen noch näher. Alex hielt ihnen ein belegtes Brot hin, doch sie hatten noch immer zu viel Angst, um es sich zu nehmen. Da stand Alex auf und ging zu den kleinen Tischen. Er brach die Brote und Tomaten in kleine Stückchen und legte sie auf die Tische. „Kommt und holt sie euch“, rief er den Zwergen zu, ging wieder zurück und setzte sich wieder auf die Zeitungen.
Sobald Alex sich hingesetzt hatte, rannten die Zwerge zu den Tischen hinüber. Von seinem Platz aus sah Alex immer mehr Zwerge zu den Tischen rennen, um an das Essen zu kommen. Er konnte es kaum glauben, wie viele es waren. Hunderte und Aberhunderte, wie eine Ameisenkolonie. Er saß ganz still da und beobachtete sie, wie sie das Essen verspeisten. Dann, als er sah, dass sie alles aufgegessen hatten, rief er ihnen zu: „Möchtet ihr noch etwas Schokolade?“ Diesmal zögerten die Zwerge nicht länger. Sie kamen herübergerannt und waren ganz versessen darauf, die Schokolade zu probieren. Sie kletterten auf Alex’ Beine, als er auf dem Boden saß. Nun hatten sie keine Angst mehr vor ihm. Sie waren fröhlich und lachten. Als sie die ganze Schokolade aufgegessen hatten, setzten sie sich neben ihn auf den Boden. Alex sah Hunderte von Zwergen, die nur so klein wie seine Finger waren. Nach einer Weile stand Alex auf und sagte: „Morgen komme ich wieder und bringe euch noch mehr schöne Sachen.“ Dann winkte er ihnen zum Abschied zu und kletterte wieder aus dem Tunnel. Sorgfältig rollte er wieder den großen Stein auf den Eingang, damit niemand hinunterkommen konnte, um die Zwerge anzugreifen. Dann lief er wieder zu seiner Oma zurück.
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Am nächsten Tag ging Alex wieder zu dem großen Felsen und hatte noch mehr Essen für die Zwerge dabei. Die Erde war sehr nass, weil es in der Nacht stark geregnet hatte, und als der den großen Stein vom Eingang des Tunnels wegrollte, hörte er die Zwerge unten alle wie Mäuse quieken. Er kletterte hinunter, und als er unten angekommen war, sah er, dass das Regenwasser die Höhle überflutet hatte. Das Wasser war durch das Loch gelaufen, und einige der Zwerge schwammen auf dem Wasser, ohne sich in Sicherheit bringen zu können. So schnell er konnte, hob Alex sie aus dem Wasser und brachte sie alle in einen trockenen Teil der Höhle, wo sie in Sicherheit waren. Dann setzte er sich hin und verteilte das ganze Essen, das er ihnen mitgebracht hatte.
Nachdem sie alles aufgegessen hatten, beschloss Alex, ihnen ein paar Fragen zu stellen. „Wer seid ihr, warum seid ihr hier, und wie lange lebt ihr schon hier?“ Er konnte es kaum erwarten, alles über sie zu erfahren. Doch die Zwerge schüttelten nur den Kopf. „Das ist ein Geheimnis, wir können es niemandem verraten“, sagte einer von ihnen mit quiekendem Stimmchen. „Ach, sagt es mir doch, ich erzähle es niemandem weiter“, sagte Alex und war sehr enttäuscht. „Nein, nur wir Zwerge dürfen das Geheimnis bewahren“, sagte der Zwerg. Alex stand auf und sah sehr traurig aus. „Ich bin doch euer Freund, ihr könnt mir euer Geheimnis ruhig anvertrauen.“ Doch die Zwerge schüttelten weiter den Kopf. „Na gut“, sagte Alex, „morgen bringen ich euch noch mehr zu essen. Macht euch keine Sorgen wegen des Wassers, es trocknet bald.“ Alex winkte den Zwergen zu und ging wieder den Tunnel hoch. Er war froh, dass sie keine Angst mehr vor ihm hatten, aber er wünschte, sie würden ihm ihr Geheimnis verraten.
Jeden Tag ging Alex zu dem großen Felsen und teilte sein Picknick mit den Zwergen. Sie warteten immer auf ihn und wussten, dass er ihr Freund war und ihnen nichts tun würde. Viele Male versuchte er, ihr Geheimnis herauszufinden, doch jedes Mal, wenn er fragte, schüttelten die Zwerge nur den Kopf und erzählten es ihm nicht. „Morgen kommen Mama und Papa zurück, Alex“, sagte seine Oma zu ihm. „Wollen wir etwas Besonderes unternehmen, weil es dein letzter Tag ist?“ „Nein“, antwortete Alex. „Ich habe viele Freunde im Wellental gewonnen, deswegen würde ich lieber ein Picknick machen und mich von ihnen verabschieden.“ Seine Oma machte ihm wie immer ein paar belegte Brote und legte noch viele andere leckere Sachen in seine Brotdose.
So machte sich Alex zum letzten Mal auf den Weg, um sich von den Zwergen unter dem Felsen zu verabschieden. Als er wieder den Tunnel hinabkletterte, war er traurig, dass er die Zwerge jetzt nicht mehr sehen würde. Er wusste immer noch nicht, wer sie waren und was sie unter dem Felsen taten, und jetzt würde er nie mehr herausfinden, was ihr Geheimnis war. Wie immer warteten die Zwerge schon auf ihn. Alex gab ihnen das Essen, das er ihnen mitgebracht hatte, und als sie aufgegessen hatten, sagte er ihnen, dass er sie ab jetzt nicht mehr besuchen kommen konnte, weil er morgen nach Hause fahren würde. Die Zwerge sahen alle sehr traurig aus und fingen an, sich gegenseitig anzuquieken. Sie sprachen sehr lange miteinander. Alex konnte nicht hören, was sie sagten, aber nach einer Weile kletterte einer von ihnen auf Alex’ Bein, seinen Arm herauf, auf seine Schulter, hüpfte ihm auf sein Ohr und flüsterte: „Möchtest du immer noch unser Geheimnis wissen?“ „Ja sicher, bitte erzähl es mir“, sagte Alex und wurde ganz aufgeregt.
Der Zwerg sagte ihm, dass er versprechen musste, es niemandem zu verraten. „Ich verspreche, dass ich keinem davon erzählen werde“, sagte Alex. Da flüsterte der Zwerg: „Wir sind die Felsenzwerge. Wir leben hier seit Hunderten von Jahren. Wir sind so alt wie der Felsen und sterben nie.“ „Aber wie seid ihr hierher gekommen?“ fragte Alex. Der Zwerg sprach weiter: „Nun, weißt du, dass der Felsen über uns wie ein Schiff geformt ist und die Jungen und Mädchen alle daraufklettern und so tun, als befänden sie sich auf einem Schiff draußen auf dem Meer?“ „Ja, das stimmt“, sagte Alex, „das macht richtig Spaß.“ „Jedes Mal, wenn jemand spielt, dass er auf einem Schiff ist, wird eine neue kleine Person unter dem Felsen erschaffen, und deshalb sind wir hier.“ Alex hörte zu, während der Zwerg weitersprach. „Nachts, wenn alle schlafen, klettern wir auf den Felsen, und wenn der Mond scheint und die Sterne anfangen zu funkeln, verwandelt sich der Felsen in ein echtes Schiff, und wir segeln auf den Wellen.“ „Was denn für Wellen?“ lachte Alex. „Hier ist nur Gras, und wie kann sich ein Felsen in ein Schiff verwandeln?“ „Wenn du mitten in der Nacht wiederkommst, wirst du es mit eigenen Augen sehen“, sagte der Zwerg. Alex war jetzt richtig aufgeregt. „Also gut, ich werde heute Nacht wiederkommen“, rief er. Dann winkte er allen Zwergen zu und kletterte wieder aus dem Tunnel.
Er blickte sich um, niemand war in der Nähe. Sorgfältig rollte er wieder den großen Stein auf das Loch und kletterte auf den Felsen. Er stellte sich ganz auf die Spitze des Felsens und blickte hinab. Wie konnte sich dieser Felsen in ein Schiff verwandeln und das Gras in Wellen? Alex hatte sich schon oft vorgestellt, dass der Felsen ein Schiff auf dem Meer war, hatte aber niemals auch nur einen Augenblick daran gedacht, dass er sich wirklich in ein Schiff verwandeln konnte. Er musste mitten in der Nacht zurückkommen und sich selbst davon überzeugen.
An diesem Abend, als Alex ins Bett ging, vergewisserte er sich, dass er den Wecker gestellt hatte, um ihn mitten in der Nacht zu wecken, und legte ihn unter sein Kissen, damit niemand sonst davon wach wurde. Er hatte eine alte Taschenlampe in der Hütte gefunden und ging mit seinen Anziehsachen ins Bett, bereit für sein Abenteuer. Er war sehr aufgeregt, und es fiel ihm schwer einzuschlafen. Er hatte noch gar nicht lange schlafen, als schon der Wecker klingelte. Schnell stellte Alex den Wecker aus und stand auf. Er zog sich Jacke und Schuhe an und schlich mit der angeschalteten Taschenlampe ganz, ganz leise die Treppe hinunter und durch die Tür. Alles war in Dunkelheit gehüllt, nur der Mond und die Sterne schienen. Alex fing an, ganz nervös zu werden, im Dunkeln draußen zu sein, und wollte schon fast wieder zurück ins Haus gehen, aber er musste einfach zu dem Felsen gehen und selbst herausfinden, ob alles stimmte, was der Zwerg ihm erzählt hatte.
Schnell überquerte er die Felder in Richtung des Wellentals. Mit seiner Taschenlampe konnte er gerade eben den Umriss des Felsens in der Dunkelheit ausmachen. Als er näher kam, erblickte er Hunderte und Aberhunderte von Zwergen, die alle auf den Felsen kletterten. Er eilte zu ihnen hinüber, um sich ihnen anzuschließen. Als die Zwerge Alex sahen, fingen sie an zu quieken und ihm zuzuwinken. Er kletterte auf den Felsen und stellte sich darauf, umringt von Zwergen. Der Mond war hinter den Wolken verschwunden, doch als er wieder hervorkam, passierte etwas Erstaunliches: Der Felsen fing plötzlich an, sich zu bewegen. Ganz, ganz langsam zuerst von einer Seite auf die andere, und Alex hörte das Geräusch von Wellen. „Nein, das kann nicht sein, ich muss träumen“, dachte er. Aber er träumte nicht. Sobald der Mond auf den Felsen schien, sah Alex, dass es kein Felsen mehr war, sondern ein riesiges Segelschiff mit mächtigen Segeln. Es kam Wind auf, und als Alex sich am Schiffsgeländer festhielt und nach unten blickte, sah er, dass das Gras sich in Wellen verwandelt hatte und sie auf dem Meer segelten.
Das Schiff nahm jetzt an Geschwindigkeit zu, als die ganze Macht des Windes die riesigen Segel aufblies und das Schiff von einer Seite auf die andere rollte. Die Zwerge hüpften auf und ab und schrien vor Begeisterung. So etwas hatte Alex noch nie gesehen. Also stimmte es. Der große Felsen verwandelte sich nachts wirklich in ein Schiff und segelte auf dem Meer. Die ganze Nacht segelte Alex mit den Zwergen auf dem Schiff und kam an unbekannten Inseln und anderen Schiffen vorbei, die durch die Dunkelheit segelten. Alex blickte nach oben und sah im Mondlicht, dass am Mast eine Fahne mit dem Bild des Felsens hing. Die See wurde jetzt rauer, und Alex hielt sich gut fest, während das Schiff immer weiter segelte. Plötzlich blitzte ein helles Licht von der Straße her über die Felder. Es war ein Polizeiauto, das die Straßen abfuhr. Sobald es in die Nähe der Felsen kam, hörte das Schiff auf, sich zu bewegen und wurde wieder zu einem Felsen, und die Wellen verwandelten sich wieder in Gras.
Alex wartete, bis das Polizeiauto weg war, und kletterte wieder vom Felsen hinunter. Er musste wieder zurück, bevor es Tag wurde und seine Oma merkte, dass er verschwunden war. Als er hinuntersprang, wurden seine Schuhe und seine Hose pitschnass, weil das Gras ganz durchnässt war. Er winkte den Zwergen zu, und als er sich umschaute, sah er, dass der Felsen sich abermals in ein Schiff verwandelt hatte und auf dem Meer segelte. Alex rannte zurück nach Hause, öffnete die Tür und schlich wieder nach oben. Was für ein Abenteuer war das gewesen. Er musste wieder zurück, wenn er das nächste Mal bei seiner Oma war, und wieder die Zwerge besuchen gehen. Er ging ins Bett und versuchte zu schlafen, doch er konnte einfach nicht aufhören, daran zu denken, wie der Felsen sich in ein Schiff verwandelt hatte und die Zwerge jede Nacht auf dem Meer segelten.
Am nächsten Morgen, als er aufwachte, glaubte er zuerst, dass er bestimmt geträumt hatte, doch als er seine nassen Schuhe und Hose sah, wusste er, dass es kein Traum gewesen war. Es war wirklich passiert. Nachdem er gefrühstückt hatte, wartete er auf seine Mutter und seinen Vater. Eigentlich wollte er überhaupt nicht nach Hause zurück. Er wünschte, er könnte länger bleiben und wieder mitten in der Nacht mit den Zwergen auf dem Meer segeln. Doch es war Zeit, nach Hause zu fahren, und so würde er warten müssen, bis er das nächste Mal bei seiner Oma war. Er verabschiedete sich und stieg ins Auto. Als das Auto am Wellental vorbeifuhr, sah Alex viele Kinder, die auf dem großen Felsen spielten und so taten, als sei er ein Schiff. Alex lächelte. Er brauchte nicht mehr so zu tun. Denn er kannte das Geheimnis der Zwerge und konnte es kaum erwarten, zurückzukommen. |
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