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Opa Grummel (3) Köstliche Tomaten



Nach allem, was in der letzten Zeit in seinem Garten passiert war, grummelte Opa Grummel jetzt mehr als je zuvor. Ja, er hatte sogar damit begonnen des Nachts im Schlaf zu grummeln. Immer wieder träumte er, dass Max der Maulwurf seine Terrasse und seinen schönen Fischteich zerstörte, und dann wachte er jedes Mal auf, schrie und lief in seinem dunklen Schlafzimmer umher, und versuchte Max einzufangen. Das einzige, was er dabei fing, war aber nur Bodo der Hund, der aus Angst vor all dem Geschrei selbst in dem dunklen Schlafzimmer umherlief und dabei ständig mit Opa Grummel zusammenstieß.

Jeden Tag inspizierte Opa Grummel seinen Garten nach irgendwelchen Anzeichen dafür, dass Max der Maulwurf eventuell zurückgekehrt sein könnte. Er hatte inzwischen seinen Teich repariert und ein paar neue Fische hineingesetzt, und seine Terrasse sah auch wieder schön aus mit den Steinen, die er diesmal fest einbetoniert hatte. Dennoch wusste Opa Grummel trotz all seiner Freude darüber, dass sein Garten so wunderschön aussah, dass Max möglicherweise plante zurückzukommen. Und für diesen Fall der Fälle war Opa Grummel vorbereitet, Max würde ihm nicht wieder entwischen.

Nun, Max der kleine Maulwurf hatte weit in den Feldern ein neues Zuhause gefunden. Aber irgendwie war es nicht dasselbe. Er begann die aufregende Zeit in Opa Grummels Garten zu vermissen, und so beschloss er eines Tages dorthin zurückzukehren und wieder etwas Spaß zu haben. Opa Grummel hatte indessen angefangen zu glauben, dass Max der Maulwurf wohl doch nicht zurückkommen würde. „Vielleicht hat er ja inzwischen einen schöneren Garten gefunden, in dem er herumbuddeln kann“, dachte Opa Grummel für sich, „vielleicht hat meinen Garten ganz vergessen.“ Doch da irrte Opa Grummel gewaltig, denn er wusste nicht, dass Max gar nicht weit entfernt am schaufeln war was das Zeug hielt, um so schnell wie möglich in Opa Grummels Garten zurückzukehren.

Max der Maulwurf grub und grub eine lange Zeit bis schließlich sein Kopf in Opa Grummels Garten aus der Erde herauslugte. Und weil Max ein kluger kleiner Maulwurf war, wollte er diesmal ganz sicher gehen, dass er nicht wieder in den Gartenteich hineingeriet, denn da hatte er es wirklich mit der Angst zu tun bekommen, als er plötzlich von all dem Wasser durch den Tunnel gespült worden war. Max wusste auch, dass er nicht durch die Terrasse graben konnte, weil Opa Grummel die Steine fest einbetoniert hatte. Diesmal würde er also besonders sorgfältig aussuchen müssen, wo er seinen Tunnel graben konnte. Er beschloss, dass der beste Platz zum graben wohl unterhalb des Gartenhauses sein müsste, denn dort wäre er außerhalb Opa Grummels Sichtweite. Und das tat er dann auch. Er grub mit seinen starken Pfoten einen Tunnel, der schließlich direkt in Opa Grummels Gewächshaus herauskam. Nachdem Max seinen Kopf aus dem Loch heraus gesteckt hatte, sah er sich erst einmal um. Was waren das nur für kleine rote Bällchen, die an all den Bäumen hingen?!

Nun, da hätte Max wohl besser etwas genauer hingesehen. Dann hätte er nämlich erkannt, dass die kleinen roten Bällchen in Wirklichkeit Tomaten waren. Jedes Jahr bereitete es Opa Grummel große Freude, in seinem Gewächshaus Gurken und Tomaten anzubauen. Er war sehr stolz auf seine Gurken und Tomaten und so ging er jeden Tag hinunter zu seinem Gewächshaus und schaute durchs Fenster, um zu sehen, ob sie schon reif sind. „Jetzt wird es nicht mehr lange dauern, dann sind sie reif und können gepflückt werden“, sagte er zu sich selbst, „nur noch ein paar Tage, und ich kann sie zum Abendbrot essen.“ Was Opa Grummel allerdings nicht wusste war, dass Max der Maulwurf in seinem Gewächshaus saß und dass er eine der Tomaten bereits angebissen und sehr lecker gefunden hatte. Max konnte natürlich sehen, wenn Opa Grummel durchs Fenster schaute und versteckte sich dann schnell hinter den Tomatenstauden, damit Opa Grummel ihn nicht entdeckte. Jeden Tag kam Max von nun an her, um sich die Tomaten schmecken zu lassen und an den Gurken zu knabbern. Dieses Gemüse war einfach zu köstlich! Er verhielt sich stets sehr leise, wenn Opa Grummel in der Nähe war. Doch sobald dieser zurück ins Haus ging, sprang Max schnell von den Pflanzenregalen herunter und huschte zurück in den Tunnel. Da Max nun jeden Tag kam, um einige Tomaten zu vertilgen, wurden es nach und nach immer weniger. Aber Max war ja ein schlauer kleiner Maulwurf, und so fraß er nie die Tomaten, die nah am Fenster wuchsen, so dass Opa Grummel immer, wenn er durchs Fenster blickte, herrlich rote Tomaten zu sehen bekam, die immer größer und größer wurden. Dabei ahnte er nicht, dass tatsächlich nur die Tomaten wuchsen, die direkt vorm Fenster waren. Alle anderen hatte Max aufgefressen.

Nun, durch das Essen der vielen Tomaten und Gurken begann Max langsam dicker zu werden und er musste feststellen, dass es für ihn immer schwieriger wurde in seinen Tunnel zurück zu kriechen. Allerdings warteten da aber auch noch ein paar herrlich reife Tomaten auf ihn – jene, die direkt vor dem Fenster wuchsen. Also beschloss er, am nächsten Tag die letzten noch übrig gebliebenen Tomaten und Gurken zu vertilgen und dann zurück über die Felder in sein neues Zuhause zu verschwinden.

Opa Grummel spähte durch das Fenster seines Gewächshauses. „Ja“, sagte er und rieb sich voller Vorfreude die Hände, „diese Tomaten sehen herrlich reif aus. Ich hole mir schnell einen Korb, und dann pflück ich mir ein paar für mein Abendbrot.“ Schnell ging er zurück zum Haus um einen Korb zu holen. Unterdessen hatte Max der Maulwurf sich zum letzten Mal auf den Weg durch seinen Tunnel nach oben gemacht. Er wollte die übrig gebliebenen Tomaten fressen – die roten, saftigen beim Fenster – und dann zurück in den sicheren Tunnel verschwinden. Max sah, wie Opa Grummel durch das Fenster ins Gewächshaus blickte und anschließend zurück zum Haus ging. Das war seine Chance! Schnell machte er sich über die herrlich saftigen Tomaten her. Ihm wurde schon fast übel vom vielen essen, aber er konnte nicht aufhören. Gierig fraß er, bis auch die letzte Tomate in seinem Bauch war. Dann sprang er vom Regal hinunter und huschte zum Eingang seines Tunnels. Aber oje! – Sein Bauch war von den vielen Tomaten so dick geworden, dass er nicht mehr in das Loch passte. „Was soll’s“ dachte er „dann mache ich eben erst ein kleines Nickerchen hinter den Gurken und wenn ich aufwache, wird mein Bauch vielleicht schon wieder etwas dünner sein.“ Und das tat er dann auch. Er schlief fest ein und ahnte nicht, dass Opa Grummel auf dem Weg zum Gewächshaus war, um sich ein paar Tomaten zu pflücken.

Beschwingten Schrittes ging Opa Grummel den Garten hinunter. Er konnte es kaum erwarten seine herrlich reifen Tomaten zu pflücken. So lange hatte er sich darauf gefreut. Als er aber dem Gewächshaus näher kam, traute er seinen Augen kaum. All die wunderschönen Tomaten, die er vor ein paar Minuten noch gesehen hatte, waren verschwunden. Er schaute durchs Fenster und alles was er erblicken konnte, waren kahle Pflanzen. Was war nur mit seinen Tomaten geschehen? Er öffnete hastig die Gewächshaustür und bekam einen noch größeren Schock. Da waren überhaupt gar keine Tomaten mehr zu sehen, nicht eine einzige war noch da. Alle Gurken waren angebissen und im hinteren Teil des Gewächshauses war ein riesiges Loch im Boden. Opa Grummel stand und sah fassungslos auf das, was von seinen Tomatenpflanzen übrig geblieben war.

Was war nur passiert, Opa Grummel verstand die Welt nicht mehr. Noch am Morgen hatte er all die wunderschönen reifen Tomaten gesehen, und nun waren sie allesamt verschwunden. Als aber Opa Grummel so von Pflanze zu Pflanze blickte, wen glaubt ihr konnte er da plötzlich entdecken? Ja, richtig, in einer Ecke des Gewächshauses, da lag Max und war tief am schlafen. Er war von Kopf bis zu den Pfoten mit rotem Tomatensaft überzogen, an seinem Mund klebten noch Tomatenstückchen und sein Bauch war rund wie ein Fußball. Als Opa Grummel Max erblickte, begann er vor Wut zu beben.

Nicht nur, dass er Opa Grummels Terrasse und den Gartenteich zerstört hatte, nein, jetzt hatte Max auch noch all die herrlichen Tomaten aufgefressen. Und hier lag er nun in tiefem Schlaf, und der Tomatensaft tropfte von seinem Mund. Opa Grummel hatte Max wieder erwischt und diesmal würde der kleine Maulwurf ihm nicht entkommen. Er schnappte sich einen Handfeger und ging damit zu dem schlafenden Max. „Jetzt hab ich dich“, rief er und schlug mit dem Handfeger auf Max ein. Vollkommen überrascht schreckte Max auf. Das kleine Glöckchen an Opa Grummels Hals begann zu schellen, und wir alle wissen, was passiert, wenn Opa Grummel richtig zornig wird und das Glöckchen zu bimmeln anfängt, nicht war? Richtig, Oma Sorglos kommt mit einem Eimer kaltem Wasser in den Garten gelaufen, um Opa Grummel abzukühlen.

Als Max sah, wie wütend Opa Grummel war, versuchte er so schnell wie möglich in seinen Tunnel zu gelangen. Aber oje, sein Bauch war immer noch zu dick, und nun steckte er mit seinem Kopf im Loch während sein Hinterteil noch herausschaute. So sehr er sich auch bemühte, er konnte nicht mehr loskommen. Eine Minute später kam Oma Sorglos ins Gewächshaus gelaufen, schüttete das Wasser über Opa Grummel und durchnässte ihn vollkommen. „Du verrücktes Weib, warum hast du das getan!“ rief Opa Grummel. „Weil du dich wieder so sehr ärgerst, dass es dich krank machen könnte“, sagte Oma Sorglos. Sie ging zurück ins Haus und ließ Opa Grummel klitschnass im Gewächshaus stehen. Dieser hatte sich nun aber beruhigt und er wusste, dass Max der Maulwurf diesmal nicht entkommen konnte, denn der steckte ja fest in dem Loch. Opa Grummel hatte ihn gefangen und diesmal würde er Max so weit weg bringen, dass er bestimmt nie mehr zurückkehren würde. Opa Grummel ging ins Haus und zog sich etwas Trockenes an. Dann kehrte er durch den Garten zurück zum Gewächshaus. Max steckte immer noch in dem Loch und sein Hinterteil schaute heraus. Und jetzt war es Opa Grummel, der über Max den Maulwurf lachte. Es sah so lustig aus, wie er sich abstrampelte um aus dem Loch herauszukommen und es doch nicht schaffte, denn er saß wirklich fest. Opa Grummel lachte und lachte, so sehr hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht gelacht, und er war froh, denn endlich hatte er Max den Maulwurf gefangen. Oma Sorglos schaute aus dem Fenster und wollte gerade los laufen, um noch einen Eimer Wasser über Opa Grummel auszulehren, als sie bemerkte, dass das kleine Glöckchen diesmal bimmelte, weil Opa Grummel so herzhaft lachte. Sie war wirklich überrascht, denn es war schon sehr lange her, dass Opa Grummel das letzte Mal gelacht hatte.

Als Opa Grummel zu Ende gelacht hatte, beschloss er Max in seinen alten Fischerkorb zu stecken. Der Korb war groß, hatte einen schweren Deckel und gewöhnlich nahm Opa Grummel ihn mit, wenn er angeln ging. Opa Grummel wusste, dass Max in der Lage sein würde bei geöffnetem Deckel aus dem Korb hinauszuklettern. Er zog Max aus dem Loch und steckte ihn in den Korb. Dann stellte er den Korb in sein Auto und fuhr viele Kilometer weit. Schließlich war er so weit gefahren, dass es bereits dunkel wurde und er meinte, dass er Max nun frei lassen könnte. Er hob den Deckel vom Korb und Max sprang heraus, und als er davonlief, rief Opa Grummel ihm nach: „Und wenn du klug bist, lässt du dich nie wieder in meinem Garten blicken!“ Max huschte so schnell er konnte davon und Opa Grummel ging glücklich zu seinem Auto zurück. Gut, dachte er, den haben wir jetzt das letzte Mal gesehen. Und wisst ihr was, Kinder, ich glaube, diesmal könnte er sogar Recht haben.

 

 

 

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