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Opa Grummel (2) Das Loch im Fischteich


Opa Grummel ging hinunter bis ans Ende des Gartens und blickte auf das, was einmal seine Terrasse gewesen war. Max der Maulwurf – wir erinnern uns - hatte alle Steine hochgedrückt und nun grummelte Opa Grummel, wie er den ganzen Tag noch nicht gegrummelt hatte. Nun ja, immerhin würde Max nie wieder zurückkehren, denn Opa Grummel hatte ihn weit fort über die Felder gebracht. Und nun würde er alle Pflastersteine wieder dorthin zurücksetzen wo sie einmal waren und diesmal würde er die Steine sogar einbetonieren, damit sie durch nichts und niemanden wieder hochgedrückt werden konnten. Opa Grummel arbeitete sehr hart und schließlich sah die Terrasse wieder wie neu aus.

Als er nun so da stand und sein Werk betrachtete, da freute sich Opa Grummel, dass seine Terrasse wieder in Ordnung war und er dachte, was für einen schönen Garten er doch hatte. Er warf etwas Fischfutter in den Gartenteich und ging zurück ins Haus. Jetzt wollte er nur noch eines, sich eine schöne Tasse Kaffee kochen und dann mit einer Zeitung im Garten den Sonnenschein genießen.

Während der Kaffe durchlief, saß er auf seinem Platz am Küchenfenster, von wo aus er einen großartigen Blick auf seinen wunderschönen Gartenteich hatte. Da passierte etwas merkwürdiges. Je länger er zum Teich hinblickte, desto sicherer war er, dass das Wasser im Teich immer weniger wurde. Verflixt noch mal, was ging da nur vor sich? Das Wasser im Teich versickerte immer mehr, und was geschah mit all seinen wertvollen Fischen? Opa Grummel stand auf um nachzusehen.

Nun, was Opa Grummel nicht wusste war, dass Max der Maulwurf sich auf den Weg zurück über die Felder gemacht hatte, weil er so gerne wieder unter Opa Grummels Terrasse wollte. Diesmal aber hatte er die Pflastersteine nicht bewegen können. Wie sehr Max auch dagegen drückte, sie ließen sich nicht durchstoßen. Daraufhin hatte er einen neuen Tunnel gegraben um auf einem anderen Weg in den Garten zu gelangen. Er hatte die ganze Nacht hindurch gegraben und stand jetzt kurz davor nach oben durchzubrechen. Max schaufelte und schaufelte, aber plötzlich war da etwas vor ihm, was er nicht kannte und was er noch nie zuvor gesehen hatte. Es war schwarz und aus Gummi, und man konnte nur sehr schwer hindurchkommen. Max jedoch war fest entschlossen, nichts konnte ihn jetzt noch aufhalten, und schließlich hatte er es geschafft. Seine Krallen stießen plötzlich durch das schwarze Etwas und Max wurde von einem großen Schwall Wasser getroffen. Der Druck des Wassers spülte Max mit solch einer Kraft zurück durch seinen Tunnel, dass er, als er am anderen Ende beim Feld herauskam, hoch oben auf einem riesigen Wasserstrahl schwebte. Dann fiel er rücklings mit den Pfoten nach oben auf den Boden und auf ihm landeten vier große Fische. Dreimal dürft ihr raten, was passiert war: richtig, Max hatte bis in Opa Grummels Fischteich hineingegraben.

Als Opa Grummel nun hinaus lief um zu sehen was passiert war, erblickte er Max den Maulwurf unten am Feld auf einem riesigen Wasserstrahl schwebend, und auf ihm liegend mehrere Fische. Opa Grummel war natürlich sofort klar, dass Max in seinen Gartenteich hineingegraben haben musste. Er wurde so zornig, dass er den vor dem Teich liegenden Spaten übersah. Er stolperte und fiel kopfüber in das noch übrig gebliebene Wasser. Dabei flog ihm seine Brille vom Kopf und sein Gebiss aus dem Mund. Er versuchte beides auf dem Grund des Teiches wiederzufinden, aber Brille und Gebiss waren vom Wasser fortgespült worden, durch den Tunnel hindurch bis ins Feld. Opa Grummel kletterte aus dem Teich heraus, griff sich einen Eimer für die Fische und lief zum Feld hinunter. Ohne seine Brille konnte er nicht sehr gut sehen und ständig stolperte er über irgendetwas. Armer Opa Grummel! Er hatte eine große Beule am Kopf und seine Kleidung war vollkommen durchnässt. „Wo ist dieser verflixte Maulwurf!“ rief er, „na warte, wenn ich dich diesmal erwische, entkommst du mir nicht mehr!“

Max hörte Opa Grummel schimpfen und wusste, dass dieser versuchen würde ihn wieder einzufangen. Er wollte davonlaufen, aber sein mit Wasser vollgesogenes Fell hing schwer an ihm und so kam er nur mühsam voran.

Opa Grummel indessen fand schon bald seine Brille wieder. Als er sie aufsetzte, sah er, wie Max verzweifelt versuchte davonzulaufen. Schließlich entdeckte Opa Grummel auch noch seine falschen Zähne, die in einer Wasserpfütze lagen. Er setzte das Gebiss zurück in den Mund, musste es aber sofort wieder ausspucken, denn es schmeckte ekelhaft nach Fisch und Opa Grummel wäre fast schlecht davon geworden. Als er nun sein Gebiss ausspuckte, dachte Bodo der Hund, der Opa Grummel gefolgt war, dass dieser ihm einen Knochen zugeworfen hätte. Der Hund schnappte nach den falschen Zähnen und rannte so schnell er konnte damit weg. Opa Grummel rief ihn zurück aber Bodo hörte nicht. Er vergnügte sich köstlich mit den falschen Zähnen, warf sie hoch in die Luft und biss genüsslich darauf herum. Opa Grummel wusste jetzt gar nicht, wen er als erstes jagen sollte, Bodo den Hund oder Max den Maulwurf? Eines war klar, wenn er nicht schnell handelte, würde Max der Maulwurf entkommen. Bodo der Hund aber war drauf und dran sein Gebiss zu fressen. Also versuchte Opa Grummel als erstes Bodo zu fangen, aber jedes Mal, wenn er ihm näher kam, rannte der Hund weiter weg. Bodo ließ sich die fischigen falschen Zähne jetzt so richtig gut schmeckten und er würde sie sich auf keinen Fall von Opa Grummel wegnehmen lassen. Also ging Opa Grummel zurück um Max zu finden. Dieser konnte immer noch nicht sehr schnell laufen, weil er so nass war und plötzlich stülpte sich ein Eimer über ihn. Opa Grummel hatte ihn wieder erwischt. Er trug den Eimer, in welchem Max sich befand, zurück in den Garten. Er legte einen Deckel auf den Eimer und band diesen mit einem Strick fest. Dann ging er ins Haus um sich etwas Trockenes anzuziehen. Diesmal würde er Max noch weiter wegbringen, denn er wollte sicher sein, dass dieser nie wieder den Weg zurückfinden würde.

In der Zeit, wo Opa Grummel im Haus seine Kleidung wechselte, war auch Bodo der Hund vom Feld zurückgekommen. Er begann sofort im Garten herumzuschnüffeln, ob er vielleicht noch andere fischige Leckereien zu fressen fand. Da entdeckte Bodo den Eimer mit dem Strick. Er stürzte darauf zu und begann den Strick zu durchbeißen. Vielleicht, dachte er, würde er in dem Eimer ja noch etwas Leckeres finden. Plötzlich löste sich der Deckel und Max der Maulwurf huschte heraus. Bode bekam einen solchen Schreck, dass er zu bellen anfing. Opa Grummel warf einen Blick durchs Fenster um zu sehen, woher plötzlich der ganze Lärm kam. Da sah er, wie Max der Maulwurf davonlief. Natürlich rannte Opa Grummel sofort hinaus um ihn wieder einzufangen, aber es war schon zu spät. Max war verschwunden, er war zurück zum Feld gerannt und hatte sich dort in seinem Tunnel versteckt.

Opa Grummel war jetzt wirklich sehr verärgert. Und wir wissen alle, was passiert, wenn Opa Grummel sich zu sehr ärgert, nicht wahr? Ja richtig, das kleine Glöckchen an seinem Hals beginnt zu bimmeln und Oma Sorglos muss ihn mit einem Eimer kalten Wasser abkühlen, sonst wird Opa Grummel sehr krank. Und so geschah es. Sobald sie das Glöckchen hörte, lief Oma Sorglos mit einem Eimer Wasser hinaus. Platsch! - Das ganze Wasser landete auf Opa Grummel. Dieser hatte sich gerade erst trockene Kleider angezogen, nachdem er in den Fischteich gefallen war. Und nun war er wieder total durchnässt. „Warum hast du das getan, du verrücktes Weib“, rief Opa Grummel, „jetzt bin ich schon wieder klitschenass!“ „Tut mir leid,“ sagte Oma Sorglos „aber ich dachte, du würdest krank werden vor lauter Wut und müsstest dann ins Krankenhaus. Ich habe nur versucht dich etwas zu beruhigen. Komm jetzt lieber ins Haus zurück und zieh dir wieder etwas Trockenes an.“ Oma Sorglos hob den Eimer auf und ging zurück ins Haus.

Armer Opa Grummel, er blickte auf seinen schönen Gartenteich, er war leer, und in ihm war ein großes Loch. Bodo der Hund hatte sein Gebiss zum Mittagessen verspeist, sein Körper war mit Beulen und blauen Flecken übersäht und all seine wunderschönen Fische waren verschwunden. – Und jetzt musste er sich auch noch zum zweiten Mal umziehen, weil Oma Sorglos ihn vollkommen durchnässt hatte. Oje, nun hatte Opa Grummel wirklich allen Grund zu grummeln. Er vergaß den Briefträger, den Zeitungsjungen, das Telefongebimmel und all die anderen Sachen, die ihn gewöhnlich ärgerten. Jetzt hatte er nur noch eines im Kopf und das war Max der Maulwurf. Er beschloss Max zu fangen, ganz egal wie lange es auch dauern würde. Und dann würde er sicherstellen, dass dieser Maulwurf niemals wieder eine Pfote in seinen Garten setzen würde. Unterdessen saß Max der Maulwurf sicher unter der Erde in seinem Tunnel und lachte über all den Spaß, den er in Opa Grummels Garten gehabt hatte. Wieder einmal hatte er es geschafft Opa Grummel zu überlisten...

 

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